Klartraumfarben

Habt ihr auch irgendeine Schwäche in Bezug auf eines der zahlreichen, charakteristischen Klartraum-Phänomene?
Ich z. B. schwärme für die Farbenvielfalt eines luziden Traums und deren Intensität, die mich immer wieder aufs Neue fasziniert, innehalten und eine lange Zeit meine Umgebung beobachten lässt.

Im Besonderen bekomme ich weiche Knie beim Warte, da kommt noch mehr

Dream Re-entry

In meinen Anfängen als Klarträumerin kannte und wandte ich nur den »klassischen« Traum-Wiedereintritt an. Ich finde heute noch, dass diese Methode ausgezeichnet funktioniert, wenn ich nicht gerade einen Harndrang beim Aufwachen verspüre, was leider zu oft mitten in der Nacht passiert und mein dream re-entry dem länger andauernden WILD weichen muss. Ansonsten ermutige ich jeden, diese Technik zu testen, wenn …

  • ihr ein »Leichtschläfer« seid und regelmäßig spontan in der Nacht aufwacht,
  • ihr über eine mindestens gute Traumerinnerung verfügt,
  • ihr es aushält, ein bis zwei Stunden vor dem Einschlafen keine Flüssigkeiten zu euch zu nehmen, sodass euch ein Toilettengang erspart bleibt,
  • eure Fantasie und Visualisierungskünste gut ausgeprägt sind,
  • ihr eine einfache Klartraumtechnik ohne Zusätze oder Unterbrechungen im Schlaf wie z.B. beim WBTB  anwenden wollt,
  • ihr vergessen habt / euch nicht gelungen ist, den vergangenen Klartraum zu verlängern und in diesen wieder einsteigen möchtet.

Um einen erfolgreichen DEILD  durchzuführen …

  1. Bleibt beim Aufwachen absolut bewegungslos liegen.
  2. Visualisiert die letzte Traumszene mit allen Sinnen, konzentriert euch dabei am besten auf die kürzlich verlassene Umgebung.
  3. Erinnert euch beim Abdriften stets daran: »Ich träume, ich träume« …
  4. Macht einen Realitätstest.
    (Tuccillo, Dylan et al. 2013: Kap. 10: Dream Reentry).

Im Laufe der Zeit habe ich mich durch Auseinandersetzung mit den Werken von Robert Moss mit der schamanischen Variante des Traum-Wiedereintritts bekannt gemacht, welche ich euch im Folgenden vorstellen möchte. Ich bin inzwischen der Meinung, dass diese Technik eine sehr effektive Traumarbeit im Nachhinein ermöglicht, ohne dass man sich um Luzidität bemühen muss.

Nach den Empfehlungen des Autors ist diese Methode nützlich, wenn …

  • ihr erkennen möchtet, ob eure Traumbilder wörtlich oder symbolisch zu nehmen sind bzw. aus der Zukunft stammen,
  • ihr ein weiterführendes Gespräch mit im Traum aufgetauchten Verstorbenen / geistigen Führern sucht,
  • ihr mehr Infos zum verblassten / fragmentarischen Traumgeschehen sammeln wollt,
  • ihr den Mut aufgebracht habt gewisse Traumängste oder Alpträume zu überwinden.

Die Vorgehensweise:

  1. Wählt einen aussagekräftigen Traum / Vision / hypnagoges Bild, das euch berührt oder herausfordert.
  2. Legt vorher eure Fragen und Wünsche fest (und erinnert euch bei erfolgreicher dream re-entry daran):
    Was will ich in Erfahrung bringen?
    Was will ich unternehmen, sobald ich in den Traum zurückgekehrt bin?
  3. Entspannt euch beim Zuhören begleitender Trommelklänge. Visualisiert mit allen Sinnen die gewünschte Traumumgebung und schreitet ans Werk.

Ich habe gute Erfahrungen mit der von Robert Moss empfohlenen drumming CD / MP3 gemacht. Damit könnt ihr, wenn ihr für brainwave entrainment empfänglich seid, in eine Art Trance gleiten, die laut Autor dem hypnagogen Zustand bzw. einer REM-Phase entspricht (Moss 2010: Kap.3: Going back inside your dreams).

Allmählich habe ich die schamanische dream re-entry in meine Traumarbeit einbezogen.

Meine Tipps dazu:

  • Probiert den Traum-Wiedereintritt zu jeder Tageszeit oder vorzugsweise anstatt eines Nickerchens am Nachmittag aus. Dadurch könnt ihr schneller entspannen und somit gewünschte Erfolge eher erzielen. Voraussetzung: Nicht einschlafen! Mit Meditationserfahrung gelingt ein Traum-Wiedereintritt leichter;
  • rechnet eine ruhige halbe Stunde für die Praxis ein – ich bin meistens nach rund 20 Minuten fertig;
  • diese Fragen halte ich während der Interaktion mit dem Traum für besonders hilfreich:
    Wieso bist du (= Traumfigur) aufgetaucht?
    Was bedeutet x (Symbol, Zahl etc.)?
    Bei Vorahnungen (vorheriger Beschäftigung mit dem Traum im Wachzustand): Hat es was mit x zu tun?
    Warum hast du x getan? Was wolltest du mir damit sagen?

Nach dem Notieren meiner Ergebnisse halte ich aufkommende Assoziationen fest und lasse »walk a hypnagogic image«  zur Entfaltung kommen.
Falls ich genug Zeit habe, meditiere ich zusätzlich direkt darauf und bitte mein Unterbewusstsein um weitere »hypnagoge Einsichten«. Vorteilhaft, da ich mich nicht zusätzlich entspannen muss. Ich nehme an, was an Bildern etc. zu mir durchkommt.

Ich empfehle euch, eine dream re-entry bei wiederkehrenden Träumen, offenen Fragen, und nagenden Traum-Ereignissen zu versuchen. Schon ein winziges einzelnes Traum-Fragment mit Bezug auf die Ortschaft genügt.

Das Wichtigste, was ich euch dabei auf den Weg geben möchte:

Vertraut eurer Intuition!

Vielleicht kommt euch diese Methode eigenartig vor:
Wen befrage ich hier überhaupt, wie zuverlässig sind die erhaltenen Infos …?

Meine Schlussfolgerung lautet hier:

Auch wenn ihr hier bloß mit euch selbst spricht, die intuitive Stimme hat stets unser Wohl im Sinn und führt im Normalfall zu keiner Selbstzerfleischung.

Bisher konnte ich nur Positives aus dieser Praxis schöpfen und Harmonie im Inneren wieder herstellen. Ich erhielt Trost, begriff zunächst unverständliche Zusammenhänge.

Ich finde, dass eine dream re-entry eine therapeutische Wirkung mit Heilung im Innern als Resultat aufweisen kann.

Und geht es nicht letztendlich vor allem darum im Wachzustand?

Seelenfrieden und Ausgeglichenheit, um das Leben wacker meistern zu können?

Eine erfolgreiche Rückkehr in eure Träume!
Eure Alex

Historical Assyrian relief of musician with drum playing music.

Historical Assyrian relief of musician with drum playing music. Exhibition of artifacts in Pergamon Museum, Berlin.

 

Quellen: Bild: © radiokafka / Fotolia.com

Moss, Robert (2010): The Three »Only« Things: Tapping the Power of Dreams, Coincidence & Imagination, [Kindle Edition], New World Library, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 23.06.2016].
Tuccillo, Dylan, Jared Zeizel und Thomas Peisel (2013): A Field Guide to Lucid Dreaming: Mastering the Art of Oneironautics, [Kindle Edition], New York: Workman Publishing Company, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 23.06.2016].

Faszination Traumfiguren

stickman question solution red

Ich liebe es, mit Klartraumfiguren zu sprechen oder auf telepathischem Wege eine Unterhaltung mit Lebewesen im Klartraum aufzunehmen. In meinen ersten luziden Träumen tat ich oft nichts anderes, so beeindruckt war ich von deren facettenreichen Antworten:

Von dumm bis klug, von schroff bis boshaft, von passend wie daneben – die Reaktion einer Traumfigur ist oft unberechenbar.

Im Besonderen ist mir die erste Begegnung mit meinem Höheren Selbst in Erinnerung geblieben: Es hatte sich auf meinen Wunsch hin plötzlich in großer Entfernung als ein tibetischer Mönch auf einem Barhocker manifestiert, der sich zu mir drehte. Ich weiß gar nicht mehr, worüber wir sprachen – aber ich habe selten so viel Harmonie im Herzen beim Aufwachen gespürt. Es war nur noch der vage Gedanke vorhanden, dass mir mein Höheres Selbst auf irgendeine Weise Mut spendete, was sich anschließend in den Wachzustand übertrug und Seelenfrieden ermöglichte. Heute suche gezielt diesen Kontakt, wenn ich einen Rat oder Trost brauche. Auch kommt gelegentlich mein „Guardian“ unerwartet von allein ins Traumgeschehen, um beispielsweise meinem Lebensstand und Zukunftsplänen zu lauschen sowie seine Meinung dazu abzugeben.

Mit Traumfiguren ein Gespräch zu beginnen, kann durchaus (unangenehme, aber notwendige!) Arbeit an sich selbst nach sich ziehen. Und uns hoffentlich zu besseren Menschen in der physischen Realität machen.

Ich wundere mich stets über das Ausdrucksvermögen der einen oder anderen Traumfigur, die mir über den Weg läuft. Ein Beispiel: Ich nutzte ein kleines Fenster als Portal, das mich auf eine große Freizeitfläche in einem Park führte. Dutzende von Traumfiguren tummelten sich darauf. Ich ging auf eine damenhaft dreinblickende von ihnen zu und stellte die schlichteste aller Fragen:

»Was stellst du dar?«

Da Traumfiguren oft Aspekte unserer Selbst darstellen, wunderte ich mich nicht, dass diese Traumfigur in irgendeiner Weise mit mir in Verbindung stand. Wohl aber über ihre exquisite Wortwahl:

»Dein Musterpaarzugehörigkeitsverhalten.«

Ich liebe die deutsche Sprache, weil ein einziger deutscher Begriff einen ganzen Satz in einer anderen Sprache benötigen würde. Ich schrieb mir diesen wie auch die späteren »Wort-Schmankerl« aus meinen Konversationen mit Traumfiguren auf.

Auch will ich euch nicht vorenthalten, wie ich einst die Begegnung mit meinem Höheren Selbst »offen inkubierte«. Ich wollte ursprünglich meinem Höheren Selbst begegnen, das ich bereits in verschiedenen Gestalten kannte, z. B. in Form eines bereits erwähnten Mönches oder eines recht pfiffigen Kindes.
Dazu nutzte ich eine gelegen aufgetauchte Tür zum Verlassen der heimischen Umgebung und stand plötzlich in einem großen Wohnzimmer mit zig Traumfiguren, die zwar alle über ein gleiches Aussehen, aber mit Abweichungen verfügten: die eine war dünn, die andere dick, die eine schaute sauer, die andere liebenswert, die eine drehte Däumchen, die andere schaute sehr nachdenklich etc. Ich machte ein Interview daraus, das mir heute noch viele Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich ging alle Figuren durch und fragte jede einzelne von ihnen:

»Wofür stehst du?«

Ich werde euch hier nicht ganz genau aufzählen, was für abwechslungsreiche Charaktereigenschaften ich habe, aber eines stand damals für mich fest:
Ich habe ein sehr reiches Innenleben. Und nicht immer sind die Aspekte meiner Selbst lobenswert.

Probiert es Mal aus. Wie fühlt es sich an, wenn euch eine Traumfigur direkt ins Gesicht beichtet, dass sie z. B. eure »Bequemlichkeit« personifiziert? Die Unterhaltung verlief gnadenlos ehrlich. Und ich hatte nebenher auch einige positive Seiten an mir wiederentdeckt.1

Wie wünscht man bestimmte Traumfiguren im Klartraum zu sich herbei oder kreiert sie?
Meine Techniken, die jeder Klarträumer kennen sollte und die ich aus Rebecca Turners empfehlenswerten Kurs »Lucid Dreaming Fast Track« lernte:

1. Einfach und bewährt – abseits des Sehfeldes begegnen:

  •  Umdrehen. Dabei am besten laut aussprechen: Ich drehe mich um und sehe X / dort steht x usw.;
  • mit einer bestimmten Traumfigur hinter einer Tür / Ecke usw. rechnen.

2. Für Geübte:

  • Einfach an den Traum rufen und das Ergebnis erwarten: Zeig mir x!;

Aber passt auf und seid rücksichtsvoll, mit welchen Worten ihr euch jemand herbeiwünscht: Als ich mich ein Mal nach dem Aussprechen meines Wunsches siegessicher umdrehte, stürzte die Traumfigur direkt vom Himmel in meiner Nähe herab.

Deren schockierten Gesichtsausdruck kann ich heute noch auf Abruf mit dem geistigen Auge sehen… 😉

Manchmal mache ich mir einen Spaß daraus, bestehende Traumfiguren, besonders wenn sie in Bewegung sind, beim Vorbeigehen zu verwandeln. Seid kreativ – gestaltet die Traumfigur z.B. direkt beim Aussteigen aus einem Auto um…

Wie gut klappt es? Wie überrascht sind die Traumfiguren und deren Begleiter?

Gelegentlich entsprechen die erschaffenen Traumfiguren nicht den eigenen Vorstellungen. Dann könnt ihr sie folgendermaßen ausbessern:

  • shape up: Wenn ich mich umdrehe, siehst du wie die perfekte Kopie von x aus…

Ich hoffe, ich konnte euch den Umgang mit Traumfiguren etwas schmackhafter machen.

Auch wenn ich sie eher ungern zum Beantworten wichtiger Lebensfragen heranziehe, experimentiere ich vereinzelt auch in die andere Richtung und stelle ihnen sehr »philosophische oder rhetorische Fragen«.
Beispiel: Ich befand mich in einer Umbruchphase im Wachleben und wollte im Traum die Antwort auf »Was ist der Sinn meines Lebens?« entdecken. Dazu wollte ich eine »möglichst intelligent und erfahren wirkende Figur« befragen.
Schließlich fiel mir eine sehr alte Frau ins Auge, die nach altertümlicher Art an einem Felsen Kleidung im Meer wusch. Ich kam vorsichtig auf sie zu und stellte meine Frage, auf die ich mir eine richtungsweisende Reaktion erhoffte…

»Das, was du dir für dein Leben aussuchst.«

Erst im Nachhinein bin ich mir darüber klar geworden, wie tiefsinnig diese schroff formulierte Antwort war:

Wir sind alle unseres Schicksals Schmiede. Und dazu in der Lage, durch Luzidität unserer Gedanken im Alltag die eigenen Erlebnisse in Gegenwart und Zukunft zu programmieren.

Wenn der ehrwürdige »Schelm« nicht ab und zu mit Zufällen auch seine Fäden ziehen und unsere damit durcheinanderbringen würde…

Aber das liegt wiederum abseits unserer Kontrolle, was das Leben noch spannender macht 😉

Schöne luzide Unterhaltungen!
Eure Alex

Quellen: Bild: © Matthias Enter / Fotolia.com

1.Die Erfahrung war daher insgesamt gerade noch zu verkraften 😉

Trauminkubation auf Lebensfragen

Gibt es in eurem Leben etwas von solch enormer Wichtigkeit, dass eure Gedanken ständig darum kreisen?

Mein Rat – versucht einen (Klar-) Traum dazu zu inkubieren, um an aufschlussreiche Informationen zu gelangen.

Dass Trauminkubation in vielen Fällen funktioniert, wurde in zahlreichen Beispielen anhand von Berichten bekannter Erfinder belegt. Es gibt geschichtliche Nachweise, die die Wirksamkeit dieses Phänomens unterstreichen. Darüber wurden Einleitungen und Bücher geschrieben, das erspare ich euch hier, um mich nicht unnötig zu wiederholen.

Stattdessen stelle ich euch die meiner Meinung nach gelungenste Vorgehensweise zu einer Trauminkubation vor – von Amy Brucker, einer schamanischen Traumexpertin mit einem beeindruckenden Blog:

  • 1. Intention festlegen. Ich will über X träumen … ich brauche einen Rat / Klarheit in Bezug auf …
  • Beispiele: präzise formulierte Fragen: Entscheidungsfragen aller Art und alle Richtungen betreffend ; Kreativitätsfragen, aktuelle Tätigkeiten und Bestrebungen betreffend bzw. offene Fragen: Karriere-Fragen = Soll ich x zum Beruf machen? Was soll ich als Nächstes tun?
  • Ggf. Freewriting durchführen – den Gedanken auf Papier freien Lauf lassen und mit Brainstorming auf den Kern treffen;
  • 2. Anliegen vor dem Einschlafen durchgehen und eine Antwort ehrlich herbeisehnen;
  • 3. Traum deuten, auf mögliche metaphorische bzw. symbolische Aussagen achten. Die Antwort muss sich nicht direkt oder offensichtlich zeigen.
  • Ggf. weiter geduldig inkubieren (mehrere Tage hintereinander, 2 Wochen bis Monate auf wichtige zugehörige Themen in Träumen achten)
  • 4. Achtsam durch den Alltag schreiten: auf Signale des Universums achten, die in Form von …
  • auffälligen Begebenheiten,
  • vielsagenden Texten,
  • Radiosongs / Videos und weiteren Medieninhalten,
  • Unterhaltungen,
  • intuitiven Antworten auftreten könnten.

Diese Methode funktioniert bei mir bestens. Oftmals schon am nächstfolgenden Tag, wenn auch ihr diese Tatsache beherzigt:

Das Trauminkubations-Thema muss euch BEWEGEN, wie nichts anderes im Moment. Eure Gedankenwelt muss durchtränkt sein vom Wunsch, Unterstützung vom Unterbewusstsein / Universum zu erhalten.

Zumeist bereite ich mich im Verlauf des gesamten Tages auf die Trauminkubation in der folgenden Nacht vor: Ich setzte mich gedanklich mit meiner Frage auseinander, meditiere drüber oder frage direkt bzw. unbestimmt mir nahestehende Personen um Rat. Auch bitte ich um Führung und Zeichen seitens des Himmels. 

Ihr wisst selbst am besten, an wen ihr euch wenden könnt. Ich möchte hier keine Religion propagieren.

Ihr könnt gerne einen Aufsatz über eure Herzensangelegenheit verfassen.

Beschreibt Schritt für Schritt, wie sich der gewünschte Traum entfalten soll. Achtet auf die Details.

Ich persönlich bevorzuge die „offene Variante“:

Ich stelle die mich quälende Frage und lasse mich überraschen von dem, was kommt.

Das Unterbewusstsein ist sehr kreativ.

Wenn ihr ihm gegenüber aufgeschlossen bleibt, wird es sich bei euch melden.

In erster Linie bemühe ich mich um eine anschließende Luzidität im Traum. Vorher lege ich mein Ziel fest:

Was will ich im Klartraum erreichen? Welche Fragen will ich äußern? An wen will ich mich zuerst wenden?

Anschließend versuche ich, unter Beibehaltung meiner Absicht in den Klartraum zu gleiten.

Befragt das Höhere Traumbewusstsein, das Höhere Selbst bzw. auch Mal weise wirkende Traumfiguren im Klartraum. Schöpft eure Möglichkeiten aus.

Aber auch wenn ich keinen Klartraum erzielen konnte, die vorherige Hinwendung und Bitte um Hilfe wurden stets von meinem Unterbewusstsein registriert.

Lasst euch überraschen.

Obwohl ihr nicht luzide geworden seid, kann das Unterbewusstsein trotzdem auf eure Anliegen im gewöhnlichen Traum reagiert haben.

Achtet z.B. beim Festhalten des Traums darauf, ob

  • sich spezielle Traumsymbole in den Vordergrund drängen,
  • unerwartet Traumfiguren auftauchen, die eine Antwort auf eure Frage liefern,
  • ihr eine direkte Botschaft erhält in Gestalt eines auffallenden Anrufes / Briefes / Buchtitels usw.

Ich selbst halte diese Einstellung im Leben für besonders hilfreich und weniger Nerven zermürbend:

Ich bin offen und habe Vertrauen, die richtige Antwort zum passenden Augenblick zu erhalten und sie dann auch korrekt deuten zu können.

Einsichtsreiche Träume!

Eure Alex

Inkubation

Quellen: http://thedreamtribe.com/how-to-incubate-a-dream/ [19.06.2016].

Über Träume sprechen

Speech Bubble Sign Symbol Communication Concept

Rund zwei Wochen vor der Veröffentlichung dieses Eintrags überkam mich beim Aufwachen die folgende hypnopompe Botschaft:

„Wir sollten mehr über Träume sprechen.“

Daraus sind schließlich die beiden Posts dieser Woche entstanden, wobei der erste direkt den Titel der hypnopompen Einsicht trägt und der zweite zusätzlich zu einem Teil Klarträume betrifft.

Wie ihr seht, funktioniert Kreativität „auch mal anders“.

Ich gebe gleich zu Beginn eine Entwarnung: Dieser Eintrag wird keine psychoanalytische Prägung aufweisen, sondern stattdessen auf eine eher „lockere Unterhaltung“ abzielen. Erstens habe ich nicht die notwendige Qualifikation dafür und zweitens wurde dieses Thema schon in zahlreichen Artikeln von den Psychologen „durchgekaut“. Betätigt die Suchmaschine und ihr werdet rasch im Internet fündig.

Wozu über Träume mit anderen reden? Wozu persönliche Dinge aus den Traumerlebnissen der Nacht im Gespräch teilen?

Dazu meine spontanen Brainstorming-Ergebnisse mit großem Wahrheitsgehalt:

  • Träume könnten Erfahrungen spiritueller Natur sein, die uns Dinge offenbaren, die im Wachzustand noch nicht zu uns durchgedrungen sind;
  • unsere Mitmenschen können uns auf diejenigen wichtigen Bestandteile eines Traums aufmerksam machen, die uns sonst nicht aufgefallen wären;
  • Träume Teilen und über sie Sprechen verbessert unsere Traum-Erinnerung;
  • Unter vier und mehr Augen über Träume zu sprechen fördert unser soziales Verhalten: in der heutigen Welt der Massen-Überflutung an Social Media-Inhalten und „anonymem Kommunikationsaustausch“ nicht zu unterschätzen;
  • Träumen bringt Menschen zusammen: Vom gemeinsamen Staunen und Lachen bis zum Verarbeiten trauriger Ereignisse, die direkt mit der physischen Realität in Verbindung stehen könnten.

Wie könnte man sich effektiv und ohne Manipulation über vergangene Träume unterhalten?

Besonders gelungen und für alle Seiten bereichernd finde ich die Taktik von Robert Moss. Er schlägt in seinem lightning dreamwork game die folgenden Schritte für eine Traumdiskussion vor (Moss 2010 : Everyday Dream Games):

  • A. Der Träumende denkt sich einen passenden Titel aus und berichtet schnurstracks und ohne Umschweife über seinen Traum.
  • B. Der / die Fragende(n) stellen die folgenden drei Fragen, die der Träumende zu beantworten versucht:
  • 1. Wie hast du dich im Traum gefühlt?
  • 2. Gibt es direkte Bezüge zum Wachzustand? Könnte sich der Traum in der Zukunft abspielen?
  • 3. Was magst du jetzt darüber wissen?
  • C. Der Fragende erzählt aus seiner Sicht, was der Traum bedeuten könnte und welche Assoziationen dieser hervorruft, ohne diese aufzudrängen. Er benutzt dabei Aussagen, wie: Wenn es mein Traum gewesen wäre …
  • D. Der Fragende möchte vom Träumenden wissen: Was hast du jetzt mit dem Traum vor? Wie willst du damit weiterarbeiten (z.B. dream re-entry für weitere Einsichten durchführen)? Ggf. hilft er mit eigenen Ratschlägen weiter.

Ich finde, dass ihr auf diese Weise mit den passenden Gesprächspartnern das Maximale aus euren Träumen herausholen könnt. Für spontane Anregungen könnte man sich auch mit einem Fremden unterhalten – es kommt auf die Situation und den eigenen Mut an, etwas von der eigenen Innenwelt preiszugeben.

Mein persönliches Fazit lautet:

Über Träume zu sprechen ist eine „Lebensaufgabe“.

Selbst die verschlossensten Menschen, die bei Themen wie Klar- oder Zukunftsträumen die Augen rollen, horchen interessiert auf, wenn das Gespräch beispielsweise auf Tiefenträume (big dreams) oder Trauminkubation auf Lebensentscheidungen trifft. Wer möchte nicht in ein Fettnäpfchen tappen oder wichtige Lebensereignisse im Voraus erkennen, um darauf vorbereitet zu sein?

Träume BERÜHREN jeden von uns.

Wieso träumen Menschen schließlich spontan über Klarträume und andere Dinge, wenn sie einen Tag vorher darüber gesprochen haben? Wozu wurde uns die Fähigkeit zum Träumen überhaupt gegeben? Die Natur ist wählerisch und gewährt alles mit Bedacht. Die Evolution siebt das Unnötige aus.

Träumen kann kein nächtlicher Unsinn sein, von dem man verwirrt aufwacht. Oder bloßer Schnipsel der „Ruhe-Gestaltung“.

Träume achselzuckend abzuschreiben käme einem lebendigen Begraben verborgener (Hilfs-) Talente gleich.

Bevor man das unerschöpfliche Potenzial durch die Kommunikation mit dem Unbewussten aufdeckt. Bevor man in der Lage ist zu begreifen, wie viel man mit Hilfe von wirksamer Traumarbeit für sich selbst erreichen und sich sein Leben im Wachzustand insgesamt erleichtern kann.

Bevor man durch seine Träume mehr Bewusstheit über sein eigenes Leben erlangt.

Eure Alex

Quellen: Bild: © Rawpixel.com / Fotolia.com
Moss, Robert (2010): The Three „Only“ Things: Tapping the Power of Dreams, Coincidence & Imagination, [Kindle Edition], New World Library, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 19.06.2016].

 

 

Mit Hypnagogia arbeiten

Durch voranschreitende WILD- und Meditationspraxis nahmen meine hypnagogen Erlebnisse an Intensität zu. Nun traten im Laufe fast jeder »Meditation in den Schlaf« sowohl hypnagoge zu Anfang als auch hypnopompe Bilder kurz vor dem Aufwachen auf. Bei der letzten Erscheinung häuften sich u.a.gesprochene bzw. aufleuchtende, geschriebene Botschaften oder Zukunftsfragmente, die teils am gleichen Tag eintraten und mich in Erstaunen versetzten. Was geschah hier bloß? Es fühlte sich so an, als ob ein mir vorher verschlossener Kanal geöffnet wurde.

Ich wollte wissen, was ich mit Hypnagogia im fortgeschrittenen Stadium anfangen kann und wandte mich an Ryan Hurd. Damals empfahl er mir, mich mit länger bleibenden oder wiederkehrenden Bildern zu beschäftigen.

Dazu könnt ihr bei auffälligen Hypnagogia-Erlebnissen

  • Zeichnungen anfertigen,
  • Analogien im Wachzustand suchen und
  • Bilder harmonischer Natur in die Meditation integrieren.

Allmählich entstand durch meine Auseinandersetzung mit Hypnagogia die heutige Technik, die ich als

»walk a hypnagogic image«

taufte. Die Bezeichnung transferierte ich von Robert Moss‘  Traumdeutungstechnik
»walk a dream«.

Ich gehe dabei folgendermaßen vor und empfehle euch, analog eure Träume zu behandeln:

  1. Ich notiere die Symbole / Szenen / Worte aus Hypnagogia in einem Tagebuch.
  2. Ich halte erste Assoziationen, die mir spontan einfallen und bei der Deutung behilflich sein könnten, fest.
  3. Ich lasse die Einträge stehen.
  4. Es passiert oft, dass sich wichtige Ergänzungen erst im Laufe der nächsten Tage offenbaren. Ich achte auch darauf, ob sich ein hypnagoges Fragment in der Gegenwart zu manifestieren beginnt, z. B. in Form eines Déjà-Vus .

Im Moment befinde ich mich in einer experimentellen Phase. Während ich meditiere oder in der Void im Klartraum bin, lege ich meine Interessensgebiete von Vornherein fest  und lasse mich dann von den Bildern überraschen. Oder ich spreche bewusst auftauchende hypnagoge Figuren oder Symbole an, die darauf nicht mehr verschwinden, um mir Botschaften auf meine Lebensfragen zu liefern. Darunter ergeben sich u.a. paranormale Erscheinungen wie Fernwahrnehmung (remote viewing), telepathische Kommunikationsformen, Einblicke in frühere Leben bzw. präkognitive Hypnagogia, deren Glaubwürdigkeit ich aufgeschlossen gegenüberstehe. Die Zeit wird zeigen, inwiefern all diese Wahrnehmungen auch tatsächlich zutreffen.

Diese Reise geht für mich also weiter.

Auch wenn ich in letzter Zeit immer wieder in die spirituelle Richtung abdrifte, sehe ich Luzidität noch in erster Linie als ein wissenschaftliches, rein kognitives Phänomen und erforsche mit offenem Gemüt nebenher »was sich sonst noch ergibt«. Wer weiß, vielleicht begebe ich mich letztendlich auf die Pfade des shamanic / soulful (lucid) dreaming

Mit Luzidität und Traumarbeit wird es nie langweilig im Leben. Es gibt immer etwas Neues. Es gibt immer etwas, womit man sich im Wachzustand weiter beschäftigen kann. Eigentlich die ideale Bewusstseinsform und ein profitables Hobby, nicht wahr?

Ich kann euch nur raten, ein »magisches« Tagebuch, welches die Realität und Traumwelt verbindet, zu führen.

Kreiert ein persönliches Bindeglied »zwischen den Welten«.

Generell sollte man als Klarträumer achtsam im Alltag sein. Wenn mir irgendwelche Parallelen zu einem vergangenen Traum einfallen oder ein Zukunftstraum sich zu entfalten beginnt, greife ich auf meine Aufzeichnungen zurück.

Bleibt aufmerksam sowie gleichzeitig offen und verspielt in euren Wahrnehmungen.

Betrachtet hypnagoge und hypnopompe Bilder als Vor- und Abspann eines aufregenden (Klar-)Traum-Films. Auch diese Bestandteile können wichtige Botschaften für unser Wachstum enthalten und mindestens genauso spannend wie Luzidität sein.

Eure Alex

 

Journal

Quellen: Moss, Robert (2015): Sidewalk Oracles: Playing with Signs, Symbols, and Synchronicity in Everyday Life, [Kindle Edition], New World Library, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 10.06.2016].

Hypnagogia erleben lernen

In dieser zweiteiligen Reihe möchte ich euch an mein inzwischen begehrenswertestes Phänomen heranführen – Hypnagogia.
Darunter versteht man die besondere Bewusstseinsform zwischen Wachzustand und Schlaf, die mit dem verstärkten Auftauchen von Formen und Bildern vor dem geistigen Auge zusammenhängt. Es ist kein Geheimnis, dass im Verlauf der Geschichte Schriftsteller und Wissenschaftler diesen Zustand als Kreativitätsquelle für ihre bahnbrechenden Erfindungen nutzten. Die Klarträumer unter euch, vor allem die »WILD«-Typen werden bestätigen, dass man kaum um Hypnagogia herumkommt, wenn man sich ohne Unterbrechung in den Klartraum begeben möchte oder eine bestimmte Szene visualisieren will, die als Ausgangspunkt für eine luzide Reise dienen soll (VILD).

Doch mit Hypnagogia könnt ihr weit mehr anstellen, als sie nur als vorübergehende Erscheinung vor tiefergehenden Meditationen, Klarträumen und AKEs zu registrieren. Durch Experimente stellte ich fest, dass dieses Phänomen eine Analyse an sich selbst wie keine andere Technik ermöglicht. Die Arbeit mit Hypnagogia lässt sich im Voraus programmieren und öffnet euch bei Wunsch interessante Einblicke in die möglicherweise verborgenen Winkel eurer Psyche. In diesem Zustand erfahrt ihr z.B., was euch im Alltag und im Unterbewussten beschäftigt, ängstigt und motiviert. Ganz allgemein erlebe ich immer wieder verinnerlichten Leseinhalt in symbolischer Form, hängengebliebene Filmszenen,  Tageseindrücke und mir nahestehende Personen zu Anfang einer jeden »Hypnagogia-Sitzung«.

Wie aktiviert man am besten die ersten Hypnagogia-Erlebnisse?

Vor einigen Jahren wurde ich zufällig im Laufe einer geführten MP3-Meditation mit Hypnagogia konfrontiert. Erstaunt stellte ich fest, dass sich nach rund 10 Minuten bunte Farbwolken vor meinen geschlossenen Augen bildeten, die sich fröhlich umkreisten, verschlangen und vermischten. Der Beginn meiner Faszination für dieses Phänomen wurde eingeleitet. Noch hatte ich keine Ahnung, dass diese kaleidoskopartigen, geometrischen Formen zu mehr Flexibilität in der Lage waren. Ich beschloss vorerst, das Meditieren zu erlernen. Auch heute noch ist die Atemmeditation meine Lieblingstechnik zum Klarträumen. Geholfen haben mir die »guided breathing meditations« von den Buddhisten-Profis aus dem Westen. Ich liebe die Stimme Jack Kornfields – seine Intonation allein hat mich in einen Zustand voller Wonne versetzt. Keine Stimme hat mich bisher mehr berührt. Abgesehen davon, dass ich dabei viele grundlegende Tipps für das richtige Durchführen der Atemmeditation auf meinen Weg mitbekam.1

Ich kombinierte WBTB mit MNM (middle of the night meditation, vorgestellt von Scott Sparrow) und erlebte meine ersten, »richtigen« DILDs. Dazu reichte es für mich aus, nach 4,5 oder 6 Stunden Schlaf rund 10 Minuten mit Jack Kornfields Stimme in den Ohren zu meditieren. Darauf gleitete ich entweder affirmierend mit fester Klartraum-Absicht in den Schlaf, »zählte mich in den Klartraum hinein« (counting technique von LaBerge), oder visualisierte im hypnagogen Zustand möglichst lebhaft meinen Lieblingsrealitätstest (Betrachten meiner Hände), bis ich auch hier das Bewusstsein verlor. Der palm check übertrug sich oft unerwartet in den Traum hinein, sodass ich freudestrahlend frohlockte: Ich träume! Und sogleich stabilisierte: »Ruhig bleiben!« 😉 Auch das Zählen nahm bei meinen ersten erfolgreichen Versuchen die überraschendsten Formen an. Als ich z. B. unter Aufgeben beim Zählen »1 – ich träume, 2 – ich träume, …« eingeschlafen war, donnerte im Traum eine ohrenbetäubende Stimme in derselben mechanischenTonlage, wie ich sie bei der Technik angewandt hatte.

»ICH TRÄUME!«

Während einer harmlosen Unterhaltung mit ehemaligen Kommilitonen bekam ich danach nicht nur den Traum-Schreck meines Lebens, auch wachte ich sofort auf 😉 .

Ich nutze auch heute noch den »Insight Timer« für meine Meditationsrunden am Nachmittag, den ihr sowohl auf Android als auch auf iOS installieren könnt. Nur zu empfehlen, wenn ihr in die Meditation einsteigen oder euch angepasste Zeitlimits setzen wollt.

Mit zunehmender Meditationspraxis flackerten im hypnagogen Zustand vereinzelte Bilder und Symbole auf, die sich allmählich zu ganzen Traumszenen zusammenfügten. Inzwischen meditierte ich seit 1,5 Jahren ohne »Anleitungshilfe«. Bald fasste ich den Entschluss, einen WILD zu versuchen. Durch Meditation hatte ich schrittweise die notwendige Konzentration erreicht, Hypnagogia passiv zu folgen, bis mich eine besonders klare Traumszene in sich hineinzog oder ich aus dem physischen Körper in eine AKE geschleudert wurde. Es war sehr gewöhnungsbedürftig, aber es machte ungeheuren Spaß, weil ich jedes Mal offen ließ, was ich als Endergebnis erleben wollte.

Das ist der eigentliche »Trick« bei Hypnagogia:

Wenn ihr nicht an ihr festhält, dient sie als eine ausgezeichnete Basis für eure Klartraum-Techniken.

Versucht, am besten emotionslos geradeaus »durch sie hindurch zu schauen«. Dadurch werden die Sequenzen immer realistischer.

Widmen wir uns jetzt dem eigentlichen Thema zu: Hypnagogia studieren.

Versucht möglichst viele Einzelheiten zu erkennen.

Aber Achtung:

Betrachten ist nicht immer gleich Betrachten.

Es kann auch passieren, dass euch ein hypnagoges Bild plötzlich mitten in der Nacht in den Klartraum hineinzoomt. Was mich persönlich immer wieder freut.

Ansonsten befördert mich diese Taktik oftmals in die dunkel unterlegte »Void«, in der ich mich meditierend mit meiner »Innenwelt« auseinandersetze. Beeindruckt verweilte ich schon Mal ganze zwei REM-Zyklen darin.2 Auch gehe ich immer gerne in diese schwer definierbare Grenze zwischen Traum und Realität, um zur Ruhe zu kommen. Hier mobilisiere ich meine Kräfte, kommuniziere mit meinem Unterbewussten und lasse auf Wunsch Klarträume entstehen.

Wie bei jeder Praxis gilt auch hier:

Nicht sofort zu viel erwarten. Behutsam herantasten. Langsam steigern. Übung macht den Meister.3

Betrachtet das Wahrnehmenlernen von Hypnagogia als ein Training zum Ausdauerlauf. Keiner ist gleich 10 km ohne Ruhepausen gejoggt.

Wenn ihr euch bemüht, immer länger dem Prozess des Einschlafens zu folgen und diesen allmählich hinauszögert, werden hypnagoge Bilder auch auftauchen.

Einige haben nicht Mal die Kenntnis von deren Existenz, weil sie sofort ins Schlafkoma fallen, sobald sie mit einem Kissen in Berührung kommen. Ich habe diese Menschen immer beneidet, weil ich zu den »Grübel-Typen« gehöre. Ich brauche mindestens eine halbe Stunde, bis ich in der Lage bin, den vergangenen Tag loszulassen. Auch wache ich nach jeder REM-Phase in der Nacht auf. Im Nachhinein hat sich diese »Fähigkeit« zu einer Schatzgrube für potenzielle Klarträume gewandelt.

Mein zusammenfassender Rat zum Abschluss, bevor ich euch im nächsten Beitrag verrate, wie ich mehr als nur »Bilderkram« aus Hypnagogia schöpfe:

Legt Neugierde an den Tag, wenn ihr dabei seid, in die Traumwelt zu schlittern. Schaltet den Autopiloten ab. Lernt Hypnagogia kennen.

Eure Alex

 

1.Beim Schreiben habe ich Sehnsucht nach MNM mit Jack Kornfield bekommen. Jetzt wisst ihr, was ich heute Nacht vorhabe 😉

2. Vermutlich bin ich inzwischen eine Art Hypnagogia-Freak 😉

3.Hat mich an vergessene Romantik-Szenen erinnert 😉

 

Hypnagogia

 

 

 

 

 

Kontrolle ist gut …

…, aber Hingabe ist besser.

Das trifft nicht nur auf Beziehungen, sondern auch auf die Entwicklung im Klartraum zu. Ich denke sogar, dass es auf einen entscheidenden Schritt in Richtung Spiritualität hinweist.
Wie spannend die ersten Klarträume auch sein können, wie viel Spaß ihr in denen durch bewusste Steuerung erleben mögt … Gelangt auch ihr vielleicht irgendwann zu dem Punkt:

»Ist das alles? Ist da nicht noch mehr?«

Tatsächlich geht es über den »üblichen Horizont« hinaus. Ihr findet ihn in der »Hingabe an den Traum«, indem ihr euch von jeglichen Erwartungshaltungen befreit. Ein Anzeichen dafür könnte beispielsweise die sogenannte »Vortex« (lat. Wirbel) darstellen. Ihr könnt sie vor dem geistigen Auge vor, nach und zwischen verschiedenen (Klar-)Träumen erleben. Ich habe versucht, euch einen Tunnel (s. Bild) zu zeigen, in welchen ich kürzlich unerwartet geraten bin. Ich raste mit ungeheurer Geschwindigkeit hindurch, die Wände der endlos scheinenden Windungen hatten den Anblick einer »Schlangenhaut« von innen. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, welcher mir fast den Atem raubte… Ich fragte mich, ob ich abseits der passiven Beobachtung in der Vortex auch aktiv werden kann. Bei der nächsten Gelegenheit erkundigte ich mich bei Ryan Hurd nach meinen Optionen in Bezug auf dieses Phänomen.

Wenn ihr in die Vortex (einen Portal in der Form eines Strudels/Sogs/Tunnels) passiert, habt ihr demnach mehrere Wahlmöglichkeiten1:

  • ihr lasst das Ende “offen ausgehen”, indem ihr eure Reise still beobachtet,
  • ihr legt ein bestimmtes Ziel fest (Wo wollt ihr hin?) oder
  • ihr legt ein offenes Ziel fest (z.B.: »Bring mich zu dem Ort, den ich zu sehen brauche.«)

Auch ich habe mich zu Anfang in meinen Klarträumen in Hinsicht auf deren Beherrschung »ausgetobt«. Auch wenn die Versuchung groß war, erinnerte ich mich bald an meine ursprünglichen Ziele:

Mehr aus meinen Klarträumen herauszuholen. Und wie weit seid ihr mit eurer Beziehung zum Klartraum?

Eure Alex

1.Persönliche Korrespondenz vom 15.5.16, im Rahmen von Lucid Ignition

WILDing mit Shamatha

Virtualization of Colors

Dieser Sonderbeitrag war eigentlich erst für später geplant. Aber da meine Schwester ein zunehmendes Interesse an Klarträumen und außerkörperlichen Erfahrungen zeigt, widme ich ihr diesen für meine Verhältnisse überlangen Post. Er richtet sich auch an diejenigen unter euch, die aufs WILDen schwören oder gerne einen wachinduzierten Klartraum erleben würden. Das ist meine “geheime Spezial-Lieblingstechnik” mit sehr hoher Erfolgsrate. Mit allen Hintergrundinfos und Tipps, wie ich sie heute anwende.

Dazu wird es nur in Bezug auf die Herkunft der Technik etwas exotisch: »Shamatha« ist ein meditatives Aufmerksamkeitstraining mit buddhistischen Wurzeln, welches ich aus dem tibetischen Traum Yoga (s. das hervorragende Werk in der Quellen-Übersicht unten) übernommen habe. Durch kontinuierliches Üben erreicht der Praktizierende eine vorteilhafte sowohl mentale als auch physische Verfassung. Diese leitet ihn entweder in einen ausgeglichen Schlaf (praktiziert dazu Shamatha 5 Minuten vor dem Einschlafen am Abend) (Wallace 2012: Kap.3: Shamatha Practice to Improve Sleep) bzw. in einen wachinduzierten Klartraum. Wenn veranlagt, könnt ihr damit direkt nach dem Zubettgehen einen sogenannten WILD erleben. Ansonsten sind ähnliche Versuche unter Anwendung von Shamatha erst nach mindestens 4 bis 5 Stunden Schlaf bzw. nach einem natürlichen, spontanen Aufwachen in der Nacht empfehlenswert.

Im Folgenden beschreibe ich euch die ersten drei (von zehn) Shamatha-Stufen, die entweder für einen ausgeglichen Schlaf (Schritte 1 und 2) oder die Einleitung eines WILDs bzw. einer AKE geeignet sind:

  1. Löst eure verkrampfte Muskulatur, in dem ihr gezielt in die betroffenen Bereiche hineinatmet und während des Ausatmens diese Körperstellen entspannt. Behält diese Taktik so lange bei, bis sich der Körper taub / schwer anfühlt oder Schwebegefühle auftreten (Anzeichen, dass sich der Körper fürs Einschlafen vorbereitet). Wichtig: Berücksichtigt dabei besonders die Gesichtsmuskulatur um den Mund und die Augen! Vertieft den Entspannungsgrad mit 3 tiefen Atemzügen.
  2. Stellt eine flüssig ablaufende und ruhige Atmung her. Gleitet dabei in den Schlaf.
  3. Alternative Fortsetzung fürs WILDing: Konzentriert euch unter Beibehaltung der körperlichen Entspannung erst eine Zeit lang auf die Bewegung der Bauchdecke und dann bis zum Schluss auf die Nasenflügel. Lasst aufkommende Gedanken und Bilder unberührt vorüberziehen. Kehrt immer wieder zu den Empfindungen zurück, die mit der Atmung in Verbindung stehen (Wallace 2012: Kap.1: Shamatha in Practice).
  4. »Wartet« unbedingt passiv auf den bewussten Traumeintritt, der sich nach meiner Erfahrung auf diese Weisen vollstrecken kann:
  • ein Bild / Szene (Hypnagogia), die ihr nach der Abfolge von bunten Farbwolken vor euren geschlossenen Augen seht, wird so lebhaft und klar, dass sie euer Bewusstsein wie ein Staubsauger hineinzoomt (der Traum beginnt prompt darauf),
  • wie beim Beginn einer außerkörperlichen Erfahrung schwebt / rollt der Traumkörper in den sich bildenden Traum hinein, der sich täuschend echt anfühlt (höchstwahrscheinlich startet der Traum von dem Ort aus, wo ihr eingeschlafen seid),
  • wie aus dem Nichts bildet sich eine Traumszene um euch herum,
  • ein farbenfroher Strudel/Sog zieht euch in eine sich aufbauende Traumszene,
  •  ihr macht eine außerkörperliche Erfahrung.

Zum letzten Punkt: Die möglichen Symptome während der Lösung des Traums- vom physischen Körper (vibrational state) sind sehr mannigfaltig bzw. können auch fehlen. Versucht sie so gut es geht zu ignorieren, auch wenn ihr glaubt, das Herz springe euch gleich aus der Brust. Jegliche Bewegung oder Gedanken, die mit dem physischen Körper zusammenhängen, lösen einen sofortigen Abbruch der Separation aus.

Was die unberechenbaren hypnagogen Begleit-Halluzinationen anbetrifft, die ihren Ursprung etwa durch Geräusche von außen oder Schlafparalyse haben können, habe ich beispielsweise erlebt:

  • Visionen, undeutliche Stimmen / Gespräche,
  • ein durchdringendes Rufen meines Namens,
  • Piepen / Brummen / Knacksen in einem oder beiden Ohren – sowie
  • die klassischen »Vibrationen« des Astralkörpers.

Auch ist es charakteristisch, dass ihr bei Symptomen einer AKE zunächst in der “Void” landet. Dieser Ort stellt einen sehr tiefen Bewusstseinszustand dar, frei von jeglichen Realitätseinschränkungen. Ich erlebe die Void meist als pechschwarzen Nebel, den ich bei einer AKE mit einem ungeheuren Schweregefühl durch krabbele. Wenn auch ihr mal nach der Separation wie ein Felsbrocken aus dem Bett fallen solltet (Da war ich aber schockiert beim ersten Mal, wer fällt schon aus dem Bett?!), wendet die gleiche Strategie an: Entfernt euch möglichst rasch von dem physischen Körper! Hilfreich ist es, mit der Umgebung mittels Tastsinn (daher das Krabbeln) zu interagieren, um ein Zurückschnappen zu vermeiden.
Von der Void aus bietet sich euch die großartige Wahl – wollt ihr einen Klartraum starten oder in der AKE verbleiben?
Die Astralwelt ist sehr gedankenempfindlich. Mein Trick für die Klartraum-Induktion lautet: Sobald sich euer Bewusstseinszustand stabilisiert (Void löst sich auf, die Umgebung wird hell): Fragt euch wie bei einem Realitätstest: Träume ich oder bin ich wach? Schaut auf eure Hände oder sucht eure Umgebung nach Unregelmäßigkeiten ab – beispielsweise entdecke ich oft »verdrehte« digitale Uhranzeigen. Danach stelle ich innerlich fest: »Ich träume! Das ist ein Klartraum!« Die nächste Tür, die ich öffne, gewährt mir darauf den direkten Eingang in eine luzide Traumszene.

Die Bezeichnungen »außerkörperliche« Erfahrung sowie zweiter / astraler / Energie- / Traumkörper, wie sie üblicherweise in der Literatur verwendet werden, können sehr irreführend sein, wenn ihr euch noch kaum mit dieser Materie auskennt. Es gibt keine zwei Körper (Aardema 2012: Kap.3). Die dualistische Betrachtungsweise des Körpers verwende ich hier nur zur Veranschaulichung des Vorgangs. Tatsächlich vollzieht sich bei einer AKE zumeist eine innere Reise in das eigene Bewusstsein, »irgendwo zwischen den Ohren« (Morley: 2013: Kap.10, zitiert nach Charles Laughlin). Die Umgebung entstammt der Produktion des Gehirns, alle Gestalten bilden (auch zukünftige, vergangene) Aspekte eurer Selbst, hier manifestieren sich in flexibelsten Formen sämtliche unmittelbare Erwartungen, verdrängte Ängste oder intensiv erlebte Gedanken aus dem Wachzustand. Erfahrene Astralreisende hingegen gelangen über ihr »persönliches Feld« hinaus (Aardema 2012: Kap.7), schöpfen aus dem kollektiven Bewusstsein oder bereisen »gehobene Astralebenen« (vgl. die Werke Robert Monroes, William Buhlmans oder Jurgen Ziewes in der Bibliografie).

Die Fähigkeit der »stillen Beobachtung« von Hypnagogia stellt sich durch regelmäßiges Üben ein. Auch hält ihr immer länger das Bewusstsein bei und werdet der anfänglichen Müdigkeit resistent gegenüber. Vor allem zu Beginn kann sich ein erfolgreicher WILD bis zu einer Stunde hinziehen bzw. die Lust aufs Einschlafen übermannen. Mit Erfahrung verkürzt sich die Dauer bis zum WILD erheblich. Eine zusätzliche Shamatha-Einheit (24 Minuten) tagsüber unterstützt euch in der Ausbildung der notwendigen Kombination aus körperlicher Entspannung und geistiger Konzentration. Versucht anstatt eines Mittagsschlafes Shamatha zu üben und seht dabei zu, wie sich eure Fähigkeit zur Aufmerksamkeit auch positiv auf den Alltag auswirkt. Für unsere heutige Gesellschaft sind Rastlosigkeit und Zerstreutheit leider charakteristisch. Mit Shamatha könnt ihr diesen Attributen effektiv entgegenwirken und von den Ergebnissen profitieren.

Für den Start eines WILDs existieren verschiedene Anleitungen und Tipps, die euch in Literatur und Internet unterbreitet werden. Bei jeder Klartraum-Technik gilt stets:

  • sie muss nicht (sofort) klappen (allerdings sollte man auch ausreichend üben, bevor man aufgibt – 2 bis 4 Wochen bilden einen guten Richtwert),
  • eine Abwandlung und Experimentieren mit einer bestimmten Technik könnte ihr Gelingen hervorrufen. Auch hier unter Umständen: Geduld, Geduld, Geduld.

Ich habe rund einen Monat lang hartnäckig an einem auf mich zugeschnittenen WILD »gebastelt«. Verschiedene Entspannungsformen ausprobiert, mich bis zum Verkrampfen in derselben Körperposition befunden, fast bis zum Verzweifeln ein anbahnendes Schlucken unterdrückt. Daraus folgt diese Empfehlung an euch:
Geht zu Beginn körperlichen Bedürfnissen nach, dreht euch auch Mal auf die Seite mit dem Ziel die perfekte Schlafposition zu finden. Irgendwann solltet ihr aber eine Weile reglos verweilen. Eine kurze vorherige Wachphase, ein sogenannter »WBTB« (wake back to bed) im Klartraum-Jargon, könnte sich für euch als wertvolle Hilfe erweisen. Wenn ihr beispielsweise auf die Toilette geht und / oder ein Glas Wasser trinkt, schlummert ihr nicht sofort nach dem Aufwachen ein. Die Gefahr, die Absicht zum WILDen zu verdrängen, wird sichtlich minimiert.

Das Wichtigste zum Schluss:

Vergewissert euch stets mit einem Realitätstest, ob ihr in einem Traum seid, um ein mögliches falsches Erwachen zu verhindern. Verwirklicht bei positivem Ausgang eure Traumziele bzw. erkundet die Traumwelt spontan! Klare Träume!

Quellen: Bild: © agsandrew / Fotolia.com
Aardema, Frederick (2012): Explorations in Consciousness: A New Approach to Out-of-Body Experiences, [Kindle Edition], Quebec: Mount Royal Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Morley, Charlie (2013): Dreams of Awakening, [Kindle Edition], London: Hay House UK Ltd, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Wallace, Alan B. (2012): Dreaming Yourself Awake: Lucid Dreaming and Tibetan Dream Yoga for Insight and Information, [Kindle Edition], Boston & London: Shambhala Publications, Inc., verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].