Open Lucidity

Meine lieben Träumer!

Im folgenden Interview berichten euch die heimischen Psychologen und aufstrebenden Neurowissenschaftler Peter Michael Mross und Joachim Kildau über die Hintergründe und Ziele ihres gemeinsamen Forschungsprojekts Open Lucidity. Viel Spaß beim Lesen!

Inside Human Neurology

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Berichtet bitte, worum es sich bei eurem Projekt handelt. Wie ist die Idee dazu entstanden? Welches Equipment kommt zum Einsatz? Inwiefern setzt sich das Projekt von den in diesem Bereich bereits durchgeführten Forschungsstudien ab?

Die Idee zu unserem Projekt entstand aus persönlichen Erfahrungen mit Klarträumen und der ständigen Suche nach „der“ Klartrauminduktionstechnik. Uns ist aufgefallen, dass diesbezüglich ein chronischer Mangel an objektiven Daten herrscht um überhaupt eine Aussage darüber treffen zu können. Als Psychologen, die von der Thematik des Klarträumens fasziniert sind, wollten wir diesen Sachverhalt ändern.

Bei unserem Projekt handelt es sich um einen explorativen Vergleich gegenwärtiger Klartraumtechniken auf physiologischer Ebene. Wir verwenden dazu das Elektroenzephalogramm (EEG) und messen einige weitere Biomarker wie beispielsweise Augenbewegungen, Muskelspannung, Puls, Schweißsekretion, etc. Dieses Projekt unterscheidet sich von bisherigen hauptsächlich retrospektiven Studien insofern, dass wir direkt verschiedene Klartrauminduktionstechniken an Versuchspersonen miteinander vergleichen. Im Anschluss versuchen wir, die aufgezeichnete neuronale Signatur erfolgreicher Klartrauminduktion durch audiovisuelle Stimulation hervorzurufen.

Was genau verbirgt sich unter audiovisueller Stimulation? Womit werden die Probanden im Labor konfrontiert?

In bereits bekannten Ansätzen zur audiovisuellen Stimulation werden diese lediglich als Hinweisreiz genutzt, auf welchen sich Probanden vorher mit beispielsweise einem Reality Check konditionieren. Hinter unserem Ansatz verbirgt sich die Eigenschaft des Gehirns, Stimulation in ungefähr der ausgesendeten Frequenz zu verarbeiten. Dieses Phänomen nennt sich Frequenz-Folge-Reaktion und wurde bereits in mehreren Studien untersucht. Um diese Reaktion im Gehirn durch audiovisuelle Stimulation hervorzurufen, wird ein Stroboskop-ähnliches visuelles Signal in aufsteigender Intensität ausgesendet. Parallel dazu werden Audiosignale, z.B. ein repetitives Klicken, unterlegt mit einem angenehmen Hintergrundgeräusch über Kopfhörer übertragen. Die Stimulationsfrequenz hängt dabei von der individuell beobachteten Hirnfrequenz ab, welche bei erfolgreicher Klartrauminduktion aufgezeichnet wird. Die Probanden werden also dezent stimuliert, möglichst ohne

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