Luzide »Amnesie«

Kopf, Antworten, Wissen II

Als mir im Kontext einer angesprochenen Studie in Lucid Ignition einige »bemerkenswerte« und auch »nachteilige« kognitive Fähigkeiten von Klarträumern zu Ohren gekommen sind, … ja, da habe ich mich schmunzelnd  wiedererkannt. Es fühlte sich wie ein Rendezvous mit einigen meiner Charaktereigenschaften an, die vor allem mein direktes Umfeld betreffen, sobald sie neben mir am Fernseher sitzen. Wie oft habe ich schon rollende Augen oder ungläubige Blicke geerntet, weil ich Schauspieler bzw. Filmhandlungen verwechselt oder ganz vergessen habe. Das gibt es tatsächlich!

Nun, es hat auch eine positive Seite: Ich kann einige Jahre später einen Film »fast wie von Neuem« anschauen, weil ich nur noch dunkel weiß, worum es geht. Auch kann ich mich nur vage an Namen oder Gesichter erinnern, wenn ich sie nicht tagtäglich sehe. Das kann sich fast wie ein »Dejá-Vù« anfühlen, nur habe ich die Person mal wirklich getroffen … Das kann allerdings auch nach hinten losgehen, wie ihr euch mit Sicherheit ausmalen könnt.

Vielleicht ist mein Gehirn auch einfach nur dem eines Sherlock Holmes ähnlich? Ihr erinnert euch, er filterte sein Wissen nur nach dem, was er brauchte. Alles andere umging oder überhörte er einfach …
Und so nehme auch ich oft nur Dinge langfristig auf, wenn sie sich in Zukunft als potenziell »ungeheuer praktisch« erweisen könnten, wie Passagen aus allen möglichen Büchern zu Themen, die ich mag. Das hat sich damals in Bezug aufs wissenschaftliche Schreiben in meinem literaturwissenschaftlichen Studium besonders gut gemacht…Wie passend – in der Schule nannte man mich im jeweiligen Fach entweder Englisch-Enzyklopädie oder Chemielexikon. Aber wehe, ihr wollt wissen, wie mein Physiklehrer hieß … Ist mir mal wieder entfallen. Hm.

Erkennt ihr euch als luzide Traum-Magier in mir wieder?

»Nobody is perfect«, oder? Wenigstens habe ich jetzt eine gute Ausrede:

Ich bin eine Klarträumerin, deshalb ;).1

Eure Alex

Quellen: Bild: © Rudie / Fotolia.com

1.»Du tust ja nie eine Sache auf einmal mit deinem Multi-Tasking.« – Tja … Ich bin ja nicht nur eine Klarträumerin, sondern auch noch eine Frau...

Häufigkeit und Inhalt von Klarträumen

Kopf, Antworten, Wissen II

Basierend auf aktuellen und vergangenen Studienvergleichen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sowie unter Berücksichtigung des Geschlechts der Befragten fand der Traumforscher Kelly Bulkeley u.a. heraus, dass …

  • mindestens 50% der Befragten bereits einen Klartraum erlebte,
  • der Schwerpunkt im Klartraum auf Bewusstheit (statt auf Ausübung der Kontrolle) lag,
  • jüngere im Vergleich zu älteren Menschen eher zu luziden Träumen tendieren,
  • Frauen häufiger als Männer klarträumen,
  • Klarträume sich bezüglich des Inhalts wenig von »gewöhnlichen« Träumen unterscheiden,
  • Klarträume oft mit Stichpunkten wie »Bewusstsein« und »Anstrengung« (z.B. Konzentration und Beherrschung), »Fliegen« sowie »Fantasie-Geschöpfe« zusammenhängen und
  • sich weniger mit Themen wie Kultur, Familie, Farben, Tieren (als Figuren) und Naturphänomenen beschäftigen.
    (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Diese Schlussfolgerungen verdeutlichen, dass Luzidität in Träumen für die Allgemeinheit durchaus kein Fremdbegriff darstellt.

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Bulkeley, Kelly (2014): Lucid dreaming by the numbers, in: Hurd, Ryan und Kelly Bulkeley (Hrsg.): Lucid Dreaming: New Perspectives on Consciousness in Sleep (Practical and Applied Psychology), Praeger.

Wie weit kann unser Bewusstsein »reisen«?

Vintage astronaut

Ihr dürft euch schon Mal auf eine baldige Rezension (voraussichtlich nächste Woche) des Buches »Consciousness Beyond the Body. Evidence and Reflections« von Alexander de Foe freuen, das in diesem Jahr erschienen ist. Eine faszinierende Episode aus dem Artikel »Does the soul leave the body?« von Robert Peterson will ich euch jetzt schon nicht vorenthalten.

Der Autor erwähnt das amerikanische Medium Ingo Swann, der 1973 ein Fernwahrnehmungs-Experiment zum Jupiter durchführte. Dabei beschrieb er Ringe um den Planeten, die später durch die Voyager-1-Mission der NASA tatsächlich bestätigt wurden (!).

Auch wenn Phänomene wie OBEs oder Fernwahrnehmung erst noch »vorsichtig« erforscht werden und wenig überprüfbare bzw. überzeugende Fakten vorliegen, geben Geschichten wie diese zu denken.

Wie wenig wir doch über unser Bewusstsein und seine verborgenen Kapazitäten Bescheid wissen …

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Peterson, Robert (2016): Does the soul leave the body?, in: Alexander de Foe (Hrsg.): Consciousness Beyond the Body. Evidence and Reflections, Melbourne Centre for Exceptional Human Potential.

Wie wichtig sind dir deine Träume?

Kopf, Antworten, Wissen II

Wir sollten alle unsere Traumwelt nicht allzu selbstverständlich nehmen. Schließlich geht aus der Statistik eines Fachmanns, Daniel Love, hervor, dass wir pro Jahr 121 Tage am Stück schlafen! Und es wird noch unglaublicher – im Durchschnitt träumt ein Mensch im Laufe seines Lebens 26 Jahre lang! 11 Prozent unseres Tages verbringen wir allein in der Traumphase (Love 2013: Kap.1: Are you dreaming?)!

Da überrascht es mich immer wieder, wie leichtfertig ich die unsinnigsten Begebenheiten meiner Träume ohne mit der Wimper zu zucken als Wirklichkeit akzeptiere. Wenn ich in diesen Momenten nicht luzide werde, kann ich am Morgen während des Tagebuch-Eintrags nur mit dem Kopf darüber schütteln … und zur Sicherheit einen Realitätstest machen.

Quellen: Bild: © Rudie / Fotolia.com
Love, Daniel (2013): Are you Dreaming?: Exploring Lucid Dreams: A Comprehensive Guide, [Kindle Edition], Enchanted Loom Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].