‚Wach‘ ist manchmal zu vage (Eintrag 1)

Bewusst loslassen

Meine lieben Träumer!

Wie bereits angekündigt, haben die Traumberichte dieser Reihe einen wissenschaftlichen Bezug. Um eure Lesezeit nicht über zu strapazieren, werde ich diese mit Absicht auf Ausschnitte mit wesentlichen Traum-Momenten beschränken.

Zu Anfang habe ich mich für gezielt ‚einfachere‘ Ziele entschieden, die ich als „kosmische Aufwärmübungen“ bezeichnet habe.

Womit fängt man am besten an, wenn man die (Traum-) Welt aus einer anderen Perspektive betrachten möchte?

Richtig – man lässt alles hinter sich, um den Kopf frei zu bekommen.

Lest im Folgenden, wie ich es in einem meiner Klarträume bewerkstelligt habe:

„Hoch hinauf“

Ich lese am Vorabend das neue Buch von Daniel Love, „Lucid“, dass mich mit dessen knappen, kontemplativen Abschnitten „auf den Luziditätskurs trimmt“. In der Nacht werde ich mittels eines WILDs nach einer WBTB-Einheit klar.

Ich lande in einer dämmrigen Traumumgebung, und stelle fest, dass das Spinning dabei behilflich ist, sich an die erst gestern gefassten Ziele zu erinnern.

Also rufe ich an den Traum hinaus:

„Nenne mir die tatsächliche Anzahl der Sterne in unserem Universum!“

Es ist das erste Mal, dass ich eine Zahl in aufgeschriebener Form in der Traum-Luft erblicke. Ich muss mehrmals die Blickrichtung wechseln, um diese genau zu erkennen:

10 hoch 251.

Das ist eine unvorstellbar große Zahl, denke ich mir und muss sie sofort mit derjenigen geschätzten vergleichen, die ich gestern im Hörbuch der Science Busters zur Kenntnis genommen habe:

10 hoch 212.

Es ist interessant, dass die Zahl nicht die gleiche ist, auch wenn das Ergebnis rein spekulativer Natur ist.

Darauf entsinne ich mich meines nächsten Ziels und suche dafür ein „helles Plätzchen“ mit klarem Himmel, also das Gegenteil, wo ich mich gerade aufhalte. Zu diesem Zweck wandere ich durch die Gegend, streife eine Bar und frage beiläufig den Barkeeper:

„Wofür stehst du?“

Die Antwort habe ich nicht erwartet:

„Vier Cocktails!“

Ich lehne dankend ab, weil ich meinem Trinkmotto nach dem Spruch
„Alle guten Dinge sind (maximal) drei“ nicht weichen will und außerdem sowieso nichts im Traum konsumiere.

Und ein Vorwurf an mich lautet in der physischen Realität:

„Du bist viel zu prinzipiell!“

Mittels einer Tür gelange ich schließlich in eine gewünscht sonnige Landschaft und bitte den Traum:

„Lass mich mit Lichtgeschwindigkeit ins All fliegen!“3

Erst schaue ich mich nervös um. Dann lasse ich mich fallen, d.h. ich erwarte nichts und versuche, mich dabei auf meinen Traumkörper zu fokussieren.

Voller Staunen stelle ich fest, dass er schwerelos wird und ich ohne mein Zutun (!) sanft nach oben gleite, immer schneller werdend, bis ich nur noch in der Void ‚gefühlt wie eine Rakete nach oben‘ rase.

Da es stockdunkel ist und gleichzeitig völlig geräuschlos, schließe ich meine Augen und versuche mich auf eine rhythmische Mundatmung zu konzentrieren, während ich den ‚stummen Wind‘ an mir vorbeirauschen spüre.

Ob ich jetzt einfach aufwache?, schießt es mir durch den Kopf. Zumindest habe ich hier anscheinend keine Masse, sonst würde ich die Lichtgeschwindigkeit niemals erreichen, auweia ist das schnell!…

Das bewusste Atmen hilft mir, ruhig und konzentriert zu bleiben.
Und während ich darüber nachdenke, ob ich jemals langsamer werde, spüre ich, dass ich nach unten gleite, bis ich in einer dunklen Umgebung wieder den Boden unter den Füßen fühlen kann.

Vom Tageslicht in die Nacht hinein.

Ich blicke mich interessiert um…

Aber das ist eine völlig andere Geschichte :)!

Kommentar:
Was mich an diesem Klartraum fasziniert hat, war die relativ „realitätsnahe“, nüchterne Weltall-Kulisse:

Während meine bisherigen ‚spontan im Weltall endenden Klarträume‘ mit Sternen wie im Bilderbuch übersät waren, herrschte hier völlige Dunkelheit vor.
Und ich muss zugeben, dass ich hier zum ersten Mal nachempfinden durfte, was absolute Stille bedeutet.

Infobox

Wie es scheint, bin ich in diesem Klartraum durch den interstellaren Weltraum (i. e. Vakuum) gereist. In diesem Zusammenhang wird ein Leer- oder Hohlraum im Universum als Void bezeichnet.

***
Nachtrag:
Zufälligerweise war ich am nächsten Tag in einem Freizeitpark bei schönstem Frühlingswetter und ich muss zugeben, dass sich das Achterbahnfahren direkt nach dem oben geschilderten Klartraum wie ein zarter Windhauch angefühlt hat und der Blick in den Himmel mich auf poetische Gedanken brachte…

Ich wünsche euch eine luzide Traumzeit!
Alex
© von Alexandra Enns alias Traumlektuere

1.Am Folgetag betreibe ich eine Google-Recherche und komme auf diese mathematische Bezeichnung:
Zehn Quadrillionen. 10 000 000 000 000 000 000 000 000.
Ich bin unendlich fasziniert, wie unfassbar riesig das Universum ‚sein könnte‘.

2.Das Hörbuch trägt den Titel: „Das Universum ist eine Scheißgegend“ und ist denjenigen von euch zu empfehlen, die (wie ich) die Kombination ‚Universum-Fakten mit Humor-Vermittlung‘ unwiderstehlich finden.

3.Wir erinnern uns: Lichtgeschwindigkeit beträgt 300.000 Kilometer pro Sekunde.

Quellen:
Love, Daniel (2018): Lucid: The Tao of Dreaming, [Kindle Edition], Enchanted Loom Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 10.04.2018].
Oberhummer, Heinz et al. (2015): Das Universum ist eine Scheißgegend, München: Carl Hanser Verlag.

Wach ist manchmal zu vage

P. S.

Alle bisherigen Artikel findet ihr in der Sitemap-Übersicht mit dem Titel: Klarträumen und Wissenschaft.

Diese Tagebucheinträge basieren auf tatsächlichen Klartraumerfahrungen, wobei die geschilderten Erlebnisse sowie Schlussfolgerungen nicht den (zukünftigen?) Fakten oder Hypothesen der heutigen (Grundlagen-) Forschung entsprechen müssen.

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