Rezension: »Luzides Träumen«

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Meine lieben Träumer!
Heute möchte ich euch das neue Buch von Andreas Schwarz, »Luzides Träumen«, vorstellen und empfehlen.

Die Bewertung ist mir allerdings alles andere als leicht gefallen.

Zunächst einmal – ein herzliches Danke an Andreas, dass er mir durch eine zuvorkommende Geste seinerseits das Buch zugeschickt hat.
Sein Werk habe ich mit Freude gelesen – ein kurzweiliges Lesen in einer lockeren Sprache. Man merkt auf Anhieb, dass Andreas das Klarträumen am Herzen liegt und er diesen Funken auf die Leser übertragen möchte.

Dieser Gedanke kam spontan in mir auf:

Den Andi hätte ich gern zum Kumpel gehabt, als ich als Jugendliche meinen ersten Klartraum erlebte.

Auch ich habe damals zu realisieren begonnen, was für eine wichtige Rolle das Unterbewusstsein sowohl im Traum als auch im Wachleben spielt. Das Erfahren von »anderen« Bewusstseinszuständen stellte auch für mich ein Schlüsselerlebnis für meinen weiteren Werdegang dar, auch wenn ich von diesem Weg zwischenzeitlich abgekommen bin, um irgendwann nachträglich die ganze Wucht des Verpassten zu kassieren.
In dieser Hinsicht war (und ist) mir Andreas sympathisch – ich mag seine direkte Anrede, die Distanz wird gleich zu Beginn abgebaut, die autobiografischen Einblicke sowie das Vorhandensein von enthusiastisch gefärbten Traumberichten rundet die »verträumte Lektüre« ab und lässt in eigener Erinnerung schwelgen.

Andreas lässt kein Thema außer Acht, was den interessierten Klartraumanfänger bewegen könnte und ich kann mir gut vorstellen, dass er damit so manch ein Neuling-Augenpaar zum Strahlen gebracht hat und bringen wird.

Es mangelt nicht an einer Fülle von (Spezial-)Techniken, an einer umfassenden Realitätstest-Übersicht sowie an praktischen Tipps für die Traumerinnerung, -Analyse und -Protokollierung.

Wenn ihr euch das Werk von Andreas gewissenhaft zu Gemüte führt, kann er euch auf euren Wunsch und Disziplin hin zu wahren Meistern der Traumkontrolle ausbilden.

Das Buch besticht mit zahlreichen, mitunter sehr kreativen magischen Tricks eines erfahrenen Klarträumers, die er großzügig mit dem Leser teilt.

Ein Punkt jedoch hat mir zu denken gegeben –

Gedankensteuerung.

Ich persönlich hätte deswegen ethische Bedenken – u.a. weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass nicht alle Klartraumfiguren zu mir gehören, hinter manchen verstecken sich Fremdkörper, die nichts mit meiner Innenwelt gemein haben. Abgesehen davon begegnete ich bereits den Aspekten von anderen lebenden Menschen (!) aus meiner Umgebung in der Traumwelt und distanziere mich daher in Bezug auf Gedankensteuerung, weil dieses Verhalten einen mächtigen Kontrast zu meinem Verhalten in der physischen Realität bilden würde.
Auch ist eine spontane Diskussion in meinem Umfeld entbrannt, was denn eigentlich in ein Klartraumbuch für angehende Klarträumer gehören würde und ich muss gestehen, dass Andreas hier alles richtig gemacht hat.
Die folgende Aussage würde dieser Zielgruppe nur einen Schrecken einjagen, wenn beispielsweise ich ihr heute anvertrauen und erklären würde…

Wenn du TIEF in die Materie einsteigen willst, wirst du fast unvermeidlich mit unliebsamen Charaktermerkmalen konfrontiert werden, musst ggf. Todesängste überwinden, seelischen Schmerz vor Erlösung spüren, durch die Finsternis wandeln, um zu dir zu finden …
Wie weit willst du gehen und wie genau das Bewusstsein erforschen? Sobald du dich der Kontrolllust entledigst, beginnt das Klarträumen erst richtig. Und es ist nicht immer mit entzückenden Erfahrungen verbunden.

Aber wieder zu Andreas: Sein Buch eignet sich sehr gut sowohl für Anfänger als auch anstrebende Klartraum-Magier. 

In diesem Zusammenhang taucht doch fast unvermeidlich die Frage auf:

Was ist mit Simon Rausch?!

Zumal er in den Literaturempfehlungen erwähnt wird.

Da hatte ich mir auch schon ein Dilemma eingebrockt – Simon einzubeziehen.

Ohne dass meine persönlichen Sympathien einfließen, die durch seinen Vortrag und unserem freundschaftlichen Umgang über die sozialen Medien zustande gekommen sind.

Warum also ausgerechnet ich? Könnte das nicht jemand anders abhaken?

Zugegeben, ich wollte mich einfach des Kommentars entziehen. Das Gefühl zwischen zwei Klarträumern zu stehen behagte mir nicht.
Stattdessen stöberte ich zur Ablenkung gedankenlos im Audible-Katalog, als mir mein Unterbewusstsein einen kräftigen Tritt verpasste.
Indem sich mir unverschämt eine der Audible-Rubriken:

»Im Rausch der Worte«

buchstäblich aufdrängte.

Wenn das kein eindeutiges Zeichen sein soll…!

Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, dass ich Simon nie begegnet bin. Dann verfasste ich diesen nüchternen Vergleich, den ich euch zum Abschluss mit auf den Weg geben möchte:

  • Beide Bücher führen euch wirklich gut in das Thema ein und geben euch die Möglichkeit, das Klarträumen effektiv zu erlernen,
  • beide Werke haben Klartraumpraxis inkl.-Kontrolle als Schwerpunkt mit wenigen Überschneidungen und gegenseitigen Ergänzungen,
  • Stil: persönlich (Andreas) vs. sachlich (Simon),
  • Gestaltung: Traumberichte (Andreas) vs. grafische Aufbereitung (Simon).

Urteil: Schaut am besten beide Werke durch und ENTSCHEIDET SELBST bzw. kauft beide, da macht ihr auch nichts falsch ;)!

Und vielleicht kommt es euch auch vor, dass das Buch von Andreas wie ein frisches Schluck Wasser nach der schier endlosen Wüste von Fachliteratur-Durcharbeitung wirkt :)…

Habt ein luzides Wochenende!
Eure Alex

Quelle:
Schwarz, Andreas (2016): Luzides Träumen – Die Kunst des Klarträumens effektiv erlernen, [Kindle Edition], epubli, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 29.10.2016].

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