Eine Einführung in die »multidimensionale« Traumarbeit

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Heute möchte ich euch eine ausgefallene Herangehensweise an unsere Träume vorstellen, die mich in diesem Sommer so sehr beeindruckt und beschäftigt hat, dass ich meine Traumarbeit mehrere Wochen lang ausschließlich darauf basierte. Daraus ist folglich mein Artikel in der aktuellen LDE-Magazine-Ausgabe sowie eine Serie aus drei zusammenhängenden Artikeln entstanden, die euch in den nächsten Wochen begleiten werden. Es handelt sich dabei um eine »multidimensionale« Behandlung der Träume, weil diese sowohl unter

psychologischen, spirituellen, als auch physischen Aspekten betrachtet werden und gleichzeitig als eine Brücke zwischen Geist und Materie dienen.

In diesem Kontext spricht man auch von der transpersonalen Traumanalyse – einem Verfahren, das durch den Schweizer Psychologen Carl Jung begründet und im Laufe der heutigen Zeit weiter verfeinert wurde. Ganze Traumzyklen finden hier Beachtung, weil ein einzelner Bestandteil nicht aussagekräftig genug wäre, um eine psychische Transformation des Träumers nachzuvollziehen und belegen zu können. Das Ziel bildet u.a. die immerwährende Individuation – ein Prozess nach Jung, im Zuge dessen das Individuum versucht, ein Ganzwerden mit sich selbst zu erreichen, sich quasi möglichst zu seinem »echten« Ich im Verlauf seines Lebens weiterentwickelt.

Da Träume sich mittels einer symbolischen Sprache an uns wenden und damit unsere Innenwelt reflektieren, befasse ich mich im Folgenden mit einigen ausgewählten Aspekten der multidimensionalen Traumanalyse, mit denen ihr eigene spirituelle Veränderungen in der Traumwelt aufspüren könnt. Die Voraussetzung dafür bildet eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit denjenigen Träumen, die einen Wandel widerspiegeln und deren bewusste Integration in den Wachzustand. Meine Ausführungen sollen hier die Funktion einer Einstiegsorientierung erfüllen – bei Interesse darüber hinaus lohnt sich die Anschaffung des ausgezeichneten, zugehörigen Werks vom britischen Psychotherapeuten Nigel Hamilton.

Übrigens, dem Klarträumen wird in der transpersonalen Traumanalyse eine wichtige Rolle zugeteilt, da sie bei Träumern im fortgeschrittenen Stadium ihrer Entwicklung nicht nur dazu tendieren, spontan vorzukommen, sondern deren Entwicklung insgesamt beschleunigen.

Doch wie wird eine innere Wandlung im Traum ersichtlich? Mit Hilfe von …

  • Zentralbildern, besonders wenn diese z. B. durch das Auftreten von Wasser und der Farbe »Grün« das Leben symbolisieren bzw. einen Übergang / Transit verkörpern mit Hilfe von Brücken / Pfaden / Torbögen / Türschwellen o. Ä.
    Es wird empfohlen, einem geladenen Zentralbild kreativen Ausdruck zu verleihen (z. B. durch Malen) oder darüber zu meditieren.
  • Reiserichtung im Traum (»Visionary Geography«):
    Nach Norden oder aufwärts (z. B. durch Bergsteigen, etwas wie Leiter etc. hochklettern, fliegen): = das Bewusstsein steigt auf,
    Analog: Nach Süden bzw. unten = das Bewusstsein sinkt, d. h. man erdet bzw. befasst sich mit unterbewussten Themen,
    Westen / rechts = entspricht der weltlichen Reise,
    Osten / links = spirituelle Reise (Reise in die Innenwelt),
    Von innen nach außen = von der Innenwelt ins physische Leben und umgekehrt.
  • Symmetrie (Zahlen und geometrische Formen):
    In der transpersonalen Traumarbeit wird die Ansicht vertreten, dass die Symmetrie im Traum eine Transformation belegen kann, die sogar eine Evolution widerspiegelt.
    1 (10, 100 …) = Symbol der Einheit / Einheitlichkeit
    Kreis / Kugel = Vereinigung des Ich mit den archetypischen Aspekten seiner Selbst (d.h. das vorher verborgene, das Ausgangs- / ursprüngliche Bewusstsein kommt zum Vorschein),
    2 = Ausgleich von Gegensätzen / Polaritäten in der Psyche findet statt, indem unbewusste Aspekte auftauchen und integriert werden; zugeordnet dem Quadrat als erster Schritt der Bildung einer geometrischen Form,
    3 = steht in Beziehung zum Dreieck und stellt Spiritualität dar,
    4 = Abschlusssymbol eines Ausgleichs innerhalb der Psyche; entspricht dem Auftauchen eines Quadrats / Rechtecks (ein Würfel zeigt ein höheres Stadium an),
    3 und 4 als Kombination = Beenden eines transformativen Prozesses,
    Endbild: symmetrisch und harmonisch, würfel – oder kreisförmig.

Ein aktuelles Beispiel von mir: Bevor ich den Artikel verfasste, ging ich über eine Brücke im ägyptischen Baustil. Während ich an den zugehörigen Träumen arbeitete und entsprechende Trauminkubationen durchführte, lief ich ständig Treppen und Berghügel hinauf. Als der Traumzyklus und Text zum Einreichen abgeschlossen wurden, sah ich meinen Namen auf einem Zeugnis mit lauter 3 und 4. Abschließend  fand ich ein Amulett in Mandala-Form als Schatz in der Wüste.

Versucht in nächster Zeit, eure Träume aus den vorgestellten Blickwinkeln zu analysieren. Fallen euch interessante Abläufe und Entwicklungen auf? Bemerkt ihr das Auftreten von Zahlen? Fahrt im Fahrstuhl hoch bzw. geht eine Treppe hinab?

Ich hoffe, dass ihr diese Art von Traumarbeit ebenfalls anregend findet.

Einsichtsreiche Träume!
Eure Alex

Quelle: Nigel Hamilton, (2014): Awakening Through Dreams: The Journey Through the Inner Landscape, [Kindle Edition], London: Karnac Books, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 12.09.2016].

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