Rezension „Dream Yoga: Illuminating Your Life Through Lucid Dreaming and the Tibetan Yogas of Sleep“

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Wenn bei euch beim Begriff „Traum Yoga“ sich die Mundwinkel kräuseln und die Augenbrauen mit leichtem Hauch an Skeptizismus in die Höhe schießen…

Bitte ich euch trotzdem weiter zu lesen, denn diese fundamentale Praxis besteht nicht nur aus „unerreichbarem“, „unverständlichem“ Stoff mit esoterischem Nachgeschmack.

Ich habe mir das Werk über Traum Yoga von Andrew Holecek, einem spirituellen Lehrer mit ursprünglich naturwissenschaftlichem Hintergrund (!) zu Gemüte geführt.

Ganz besonders hat mir der Ansatz des Autors gefallen, der einen gelungenen Versuch unternimmt, das westliche Phänomen des Klarträumens mit dem tibetischen Buddhismus in Beziehung zu setzen:

Er betrachtet den menschlichen Geist als Labor zum Studium der Psyche mit Hilfe von Erforschung der eigenen Träume. Das Ziel kristallisiert sich allmählich heraus und man wird schließlich zu einem „spirituellen Oneironaut“.

Doch was versteht der Autor unter einem „spirituellen“ Oneironaut?

Unter diesem „merkwürdig klingenden Wesen“ verbirgt sich eine Person, die das Klarträumen nicht nur zur reinen virtuellen Wirklichkeit degradieren möchte, sondern stattdessen die Natur des Geistes und der Realität ergründen will. 

Ein hohes und durchaus erstrebenswertes Ziel, nicht wahr?

Andrew Holecek beweist, dass beide Praktiken, sowohl westlich als auch traditionell östlich, parallel nebeneinander praktiziert werden können.  Ich war vor allem von der Fülle der praktischen Beispiele und Übungen angetan, was Visualisierungen oder Meditationsmöglichkeiten anbetrifft. Der Schreibstil ist lebhaft, zugänglich und gut verständlich. Ich persönlich stufe den Autor zwischen den themenübergreifenden Werken von Alan Wallace und Tenzin Wangyal Rinpoche ein – mit der Ergänzung, dass diese Publikation eine noch klarere Botschaft vermittelt und insgesamt anhand der zahlreichen praktischen Anregungen noch mehr in die Tiefe als die Vorgänger geht.

Mich als „Nicht-Buddhistin“1 reizt die Chance, einige der vorgestellten Übungen in Zukunft auszuprobieren, ohne vollständig in die sehr von klassischer Glaubensrichtung abweichenden Traditionen des tibetischen Traum Yoga eintauchen zu müssen. Da ich mich zur Zeit auf einem „experimentellen Pfad“ der Selbstfindung befinde, lasse ich mich gerne von Menschen inspirieren, die ihr Werk perfekt beherrschen und mit deren Unterstützung ich meine Innenwelt im Traum intensiver erleben und erkunden kann.

Wenn auch ihr offen für Neues mit Tiefgang seid, dann passt dieses Buch in diesen Kontext ausgezeichnet und liefert wertvolle Informationen auf eurem persönlichen Werdegang im Klartraum.

Denn, wer weiß? Vielleicht ist diese Richtung genau etwas für euch und es gelingt euch, den Geist so weit „meditativ zu stretchen“, dass ihr das höchste Ziel im tibetischen Traum Yoga erreicht? Ich muss zugeben, dass mich der Gedanke, einem Buddha ähnlich „zu erwachen“ und einen „clear-light mind“ zu erlangen, in Theorie sehr fasziniert hat.

Ich empfehle dieses Buch für Interessierte und Praktizierende. Es nimmt einen der Ehrenplätze in meinem Kindle-Regal ein 🙂2

Eure Alex

1.Ich bin eine waschechte Katholikin 🙂

2.Technisch betrachtet ist es am Kindle nicht möglich, aber ich denke, ihr wisst, wie das als Metapher gemeint ist 😉

Quellen: Bild: © only4denn / Fotolia.com

Holecek, Andrew (2016): Dream Yoga: Illuminating Your Life Through Lucid Dreaming and the Tibetan Yogas of Sleep, [Kindle Edition], Sounds True, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 04.07.2016].

2 Gedanken zu “Rezension „Dream Yoga: Illuminating Your Life Through Lucid Dreaming and the Tibetan Yogas of Sleep“

  1. Danke für den Tipp, werde ich mir zu Gemüte führen, ich bin übrigens gerade bei der wiederholten Lektüre von „Übung der Nacht“ und bin auch sehr angetan von der alten Tradition des Traumyoga im tibetischen Buddhismus, manche der Übungen in diesem Buch sind ja auch für Nichtbuddhisten gut durchführbar, bei anderen habe ich noch keinen rechten Zugang gefunden.

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    • Dann wird dir dieses Buch gefallen – es gibt jede Menge Praxis für »Nicht-Buddhisten«. Das Einzige, was mir fehlt, sind (nach buddhistischer Tradition) wie üblich ausgelassene Klartraumberichte des Autoren. Diese Nische füllt allerdings Charley Morley – in Mai 2017 bringt er übrigens sein neues Buch und ich eine entsprechende Rezension im Blog heraus :).

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