Mit Hypnagogia arbeiten

Durch voranschreitende WILD- und Meditationspraxis nahmen meine hypnagogen Erlebnisse an Intensität zu. Nun traten im Laufe fast jeder »Meditation in den Schlaf« sowohl hypnagoge zu Anfang als auch hypnopompe Bilder kurz vor dem Aufwachen auf. Bei der letzten Erscheinung häuften sich u.a.gesprochene bzw. aufleuchtende, geschriebene Botschaften oder Zukunftsfragmente, die teils am gleichen Tag eintraten und mich in Erstaunen versetzten. Was geschah hier bloß? Es fühlte sich so an, als ob ein mir vorher verschlossener Kanal geöffnet wurde.

Ich wollte wissen, was ich mit Hypnagogia im fortgeschrittenen Stadium anfangen kann und wandte mich an Ryan Hurd. Damals empfahl er mir, mich mit länger bleibenden oder wiederkehrenden Bildern zu beschäftigen.

Dazu könnt ihr bei auffälligen Hypnagogia-Erlebnissen

  • Zeichnungen anfertigen,
  • Analogien im Wachzustand suchen und
  • Bilder harmonischer Natur in die Meditation integrieren.

Allmählich entstand durch meine Auseinandersetzung mit Hypnagogia die heutige Technik, die ich als

»walk a hypnagogic image«

taufte. Die Bezeichnung transferierte ich von Robert Moss‘  Traumdeutungstechnik
»walk a dream«.

Ich gehe dabei folgendermaßen vor und empfehle euch, analog eure Träume zu behandeln:

  1. Ich notiere die Symbole / Szenen / Worte aus Hypnagogia in einem Tagebuch.
  2. Ich halte erste Assoziationen, die mir spontan einfallen und bei der Deutung behilflich sein könnten, fest.
  3. Ich lasse die Einträge stehen.
  4. Es passiert oft, dass sich wichtige Ergänzungen erst im Laufe der nächsten Tage offenbaren. Ich achte auch darauf, ob sich ein hypnagoges Fragment in der Gegenwart zu manifestieren beginnt, z. B. in Form eines Déjà-Vus .

Im Moment befinde ich mich in einer experimentellen Phase. Während ich meditiere oder in der Void im Klartraum bin, lege ich meine Interessensgebiete von Vornherein fest  und lasse mich dann von den Bildern überraschen. Oder ich spreche bewusst auftauchende hypnagoge Figuren oder Symbole an, die darauf nicht mehr verschwinden, um mir Botschaften auf meine Lebensfragen zu liefern. Darunter ergeben sich u.a. paranormale Erscheinungen wie Fernwahrnehmung (remote viewing), telepathische Kommunikationsformen, Einblicke in frühere Leben bzw. präkognitive Hypnagogia, deren Glaubwürdigkeit ich aufgeschlossen gegenüberstehe. Die Zeit wird zeigen, inwiefern all diese Wahrnehmungen auch tatsächlich zutreffen.

Diese Reise geht für mich also weiter.

Auch wenn ich in letzter Zeit immer wieder in die spirituelle Richtung abdrifte, sehe ich Luzidität noch in erster Linie als ein wissenschaftliches, rein kognitives Phänomen und erforsche mit offenem Gemüt nebenher »was sich sonst noch ergibt«. Wer weiß, vielleicht begebe ich mich letztendlich auf die Pfade des shamanic / soulful (lucid) dreaming

Mit Luzidität und Traumarbeit wird es nie langweilig im Leben. Es gibt immer etwas Neues. Es gibt immer etwas, womit man sich im Wachzustand weiter beschäftigen kann. Eigentlich die ideale Bewusstseinsform und ein profitables Hobby, nicht wahr?

Ich kann euch nur raten, ein »magisches« Tagebuch, welches die Realität und Traumwelt verbindet, zu führen.

Kreiert ein persönliches Bindeglied »zwischen den Welten«.

Generell sollte man als Klarträumer achtsam im Alltag sein. Wenn mir irgendwelche Parallelen zu einem vergangenen Traum einfallen oder ein Zukunftstraum sich zu entfalten beginnt, greife ich auf meine Aufzeichnungen zurück.

Bleibt aufmerksam sowie gleichzeitig offen und verspielt in euren Wahrnehmungen.

Betrachtet hypnagoge und hypnopompe Bilder als Vor- und Abspann eines aufregenden (Klar-)Traum-Films. Auch diese Bestandteile können wichtige Botschaften für unser Wachstum enthalten und mindestens genauso spannend wie Luzidität sein.

Eure Alex

 

Journal

Quellen: Moss, Robert (2015): Sidewalk Oracles: Playing with Signs, Symbols, and Synchronicity in Everyday Life, [Kindle Edition], New World Library, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 10.06.2016].

3 Gedanken zu “Mit Hypnagogia arbeiten

    • Ich danke dir 🙂 In einigen Wochen stelle ich die schamanische Variante des dream re-entry vor, die dir gefallen könnte. Sie basiert auf nachträglichem Traum-Wiedereintritt aus künstlich (mit drumming) kreiertem hypnagogen Zustand. Du gleitest meditativ in einen beliebigen, vorher lebhaft erlebten Traum und interagierst mit der Umgebung, um an dich interessierende Infos zu gelangen…
      Habe mich interessiert durch den Thread gelesen. Eine recht kreative Technik! Hast du Erfahrungen damit? Kannst mir gern mailen oder twittern 🙂
      lg, Alex

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      • Auf die Wiedereintritts-Technik bin ich gespannt. Schamanisches Trommeln ist auch sehr cool.

        Ich habe ein paar Versuche mit meinem Diktiergerät zum Hypnagogic Report gemacht. Leider fehlte mir ein Übungspartner/in, um ein zu tiefes Abdriften in den Schlaf zu verhindern. Aber könnte ich mal wieder machen.

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