WILD vs. DILD – meine Bilanz

Woman with her hand extended signaling to stop (only her hand is in focus)

                                                                         palm check

Welche Klartraum-Technik bevorzugt ihr? Seid ihr auch eher für beide Induktionsformen (DILD / WILD) empfänglich oder habt gar eine speziell ausgetüftelte Version?

Bei Luzidität ist schließlich alles möglich und nichts bindend. Zumindest zu Beginn eurer persönlichen Klarheitsreise.

Findet euren eigenen Weg.

Aber berücksichtigt die Tatsache, dass die dauerhafte Umprogrammierung des Gehirns mit derselben Taktik mehr bringt als die kurzfristige mit abwechselnden.

Wenn ihr beispielsweise gerade eine neue Technik ausprobiert, kann auch Mal ein schnell eingetretener Überraschungseffekt die Luzidität hervorrufen, die dann ärgerlicherweise aus unergründlichen Gründen langfristig ausbleibt. Das Üben gestaltet sich dann mit Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten und ist mit dem Rennen gegen eine Wand vergleichbar.

Ihr gewinnt jede Menge Frust und verliert einen Haufen Zeit…

Es kann durchaus von Erfolg gekrönt sein, in einer luziden »Trockenphase« das Gehirn mit einer ungewohnten Klartraum-Technik-Spezialität herauszufordern. Durch die letzen Jahre »rettete« ich mich mit Alternieren von diversen WBTB- bzw. WILD-Varianten und Mischformen wie SSILD. Ich merkte stets auf dem richtigen Weg zu sein, wenn ich zunehmend präluzide im Traum wurde, d.h. mich über bestimmte Ereignisse im Klartraum zu wundern begann.

Ein »Logbuch« mit dem Festhalten eurer Luziditätsgrade ist daher in jedem Fall die Mühe wert und verrät euch, wie weit ihr vor dem »Finish« entfernt seid.

In den meisten Fällen jedoch (was das Ausbleiben der Luzidität anbetrifft) … Geben wir es doch Mal alle ehrlich zu (!):

  • Wir sind zu bequem geworden und nur noch mit halbem Herzen bei der Sache /
  • wir schlafen zu schlecht und/oder zu wenig /
  • wir ernähren uns ungesund oder konsumieren Alkohol in ungünstigen Maßen /
  • wir haben anderweitige Prioritäten im Wachzustand /
  • wie hegen eine zu schwach ausgedrückte Absicht vor dem Abgleiten in den Schlaf.

Erinnern wir uns lieber immer wieder daran:

Klarheit im Traum ist mit Anstrengung verbunden.

Sonst würden es ja alle jederzeit und überall praktizieren.

Zudem habe ich nach einigen Jahren Klartraum-Induktion für mich selbst herausgefunden:

Keine Technik ist auch eine Technik.

Ich erlernte meiner Ansicht nach die natürlichste WILD-Form:

Bewusst und ohne viel Schnickschnack in den Traum zu gleiten. Hypnagogia meditativ zu folgen gelernt, ohne sofort einzunicken.

Ich merkte zügig, dass mir das WILDen leichter fiel. Dennoch arbeitete ich stets parallel im Wachzustand an der gegensätzlichen Induktionsform (DILD).
DILDs wurden zu meinen möglichen Geheimtrümpfen im Ärmel, wenn ich einen WILD nicht bis zum Ende durchziehen konnte. Sie erfolgten gelegentlich, fast immer unerwartet und verliehen einen ganz besonderen »Kick«. Es macht einen großen Unterschied aus, ob man bewusst und selbstsicher in den Traum »hineinspaziert« oder wie aus dem Nichts »luzide« wird. Mit DILDs hatte ich stets mehr Mühe. Sie gestalteten sich oftmals wacklig, sodass ich nach und nach lernen musste, sie zu stabilisieren.
Besonders gut funktioniert haben bei mir diese bewährten Stabilisationstechniken, je nach Platz und Möglichkeiten im Klartraum:

  • Spinning,
  • Tastsinn wie Hände reiben,
  • meine Aufforderung an mich selbst: Ruhig bleiben!
  • mehrmaliges Rufen von »KLARHEIT!«, wenn die Szene zu verschwimmen begann.

Am »empfindlichen« WILDen störten mich trotz der stets hohen Luziditätsgraden mit maximaler Ausnutzung der Traumdauer immer wieder die folgenden Umstände:

  • kleinster Schnupfen /
  • Grübeln vom Vortag /
  • innere Aufruhr beim Aufwachen in der Nacht usw.
  • konnten die notwendige Ruhe / Relaxation zum WILDen beeinträchtigen oder gar komplett zunichte machen.

Ich träumte immer wieder insgeheim davon, das korrekte DILDen zu erlernen.

Und ich kann es heute gar nicht oft genug betonen:

Gebt nicht auf und bleibt hartnäckig, wenn die »puren, klassischen« Klartraum-Techniken mehr schlecht als recht funktionieren wollen.

Es wird oft nahegelegt, die Realitätstests seien nicht für jedermann geeignet.

Ich halte sie für die natürlichste Form der Luziditätsübertragung in den Traum.

Ihr reflektiert tagsüber kritisch die Geschehnisse des Alltags und genau dieses Verhalten spiegelt das Gehirn schließlich im Traum wieder.

Es muss nur einen deutlich merkbaren »Klick« machen, und zwar oft genug, dass das Logikzentrum entsprechend umgepolt wird.

Aber wenn es passiert, kommen die Klarträume auch unaufgefordert und ohne jegliche zusätzliche »Technik-Torturen«.

Mein Beispiel: Die »richtige« kritisch-reflexive Bewusstseinsprüfung (nach Paul Tholey) im Klartraum sickerte bei mir erst IM LAUFE EINES JAHRES in die Traumwelt durch! Ich erlebte zahlreiche »spontane geistige« Anregungen zum Überprüfen der Wirklichkeit in den vergangenen Jahren, aber das LOGISCHE Nachdenken über die Gründe bzw. bewusstes Feststellen von merkwürdigen Zufällen im Traum vollzog sich sehr langsam und sehr unregelmäßig. Erst einige Male als »gemeiner« Vorgeschmack und mit einer anschließenden Unterbrechung von 54 Wochen, in denen ich mit zusammen gebissenen Zähnen »weiterkämpfte« und nicht aufgeben wollte…

Der Siegeszug erfolgte schließlich im Schneckentempo. Ein innerlich intensiv erlebtes geistiges »Erwachen« in der Traumwelt.

Dann allerdings spürte ich im Traum förmlich, wie ich von nun an »anders über meine Umgebung dachte«.

Und zwar nicht nur gelegentlich. Nach dem mühsamen Überwinden einer unsichtbaren Barriere brach das kritische Denkvermögen doch noch über mich herein. Ich hatte es geschafft.

Die Luzidität ist immer für eine Überraschung gut!

Eure Alex

 

Bild: © vadymvdrobot / Fotolia.com

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