Zur Einstellung, Superkräften und »Traum-Wächtern« im Klartraum

Kinderzeichnung - Geht nicht ,gibt´s nicht!

Heute möchte ich u.a. ein Klartraum-Phänomen ansprechen, das sowohl witzig als auch verstörend erlebt werden kann. Es betrifft jene luzide Träume, in denen eine Traumfigur eisern ihren Standpunkt vertritt, dass ihr euch als ihr Gesprächspartner im Wachzustand befindet. 

Dazu ein prägnantes Beispiel zur Illustration von mir:
… Ich wache im halbdunklen Schlafzimmer auf. Verwirrt schaue ich mich um. Kann, es sein, dass ich immer noch träume? Mein Blick fällt auf eine digitale Uhranzeige, die knallrot leuchtet. Ein erneutes Betrachten bestätigt mir – 27:44 – ich träume tatsächlich! Ich kann es einfach nicht glauben. Da dreht sich mein Traumpartner im Bett zu mir um und ich sage zu ihm: »Dir ist schon klar, dass das jetzt ein Traum ist, oder?« …
Unser Gespräch eskaliert bis zum Streit.
»Aber schau doch zwei Mal auf die Uhr! Dann weißt du es!«
»Nein! Du hast dir da was zusammengereimt!«
Irgendwann habe ich nicht mehr die Energie, meine Überzeugung verteidigen zu müssen, stehe auf und gehe ins andere Zimmer, wo sich der Klartraum zu entfalten beginnt…

Ihr müsst wissen, dass diese Szene die Steigerung einer Serie an falschen Erwachen bildete. Zudem machte ich damals zum ersten Mal diese Erfahrung durch: Falsches Erwachen?! Davon hatte ich bis dahin nur schwammige Lesekenntnisse. Als ich das erste Mal im Schlafzimmer luzide wurde, war noch alles »im grünen Bereich«. Beim zweiten Mal – fand ich das schon sehr verwunderlich. Beim dritten Mal – ich geriet in den oben geschilderten Streit. Das Konfuse war, dass ich lange Klartraum-Sequenzen zwischen den falschen Erwachen durchmachte. Eine Explosion an Eindrücken brach in mir aus. Ein Klartraum, der länger als 20 Minuten andauerte?! Als ich beim »echten Aufwachen« auf die Uhr schaute, hatte ich mindestens eine Stunde lang »klargeträumt«. Es fühlte sich so unglaublich an. Da verstand ich den Sinn der Realitätstests erst wirklich.

Aber wie sonst im Leben, ich mache keine »kleinen Schritte«, sondern Neues prasselt auf mich hernieder. Damit ich mich aufrappeln muss und gestärkt in die nächste Erfahrung trete… Die beste Einstellung im Klartraum ist stets für mich:

Immer für alles gewappnet sein. Nicht weglaufen. Glauben.

Der dritte Punkt hat nichts mit Religion zu tun. Es ist der Glaube an die unbegrenzten Kräfte, die in euch schlummern, sobald ihr in einen Klartraum schreitet.
Es entsprang diesem Erlebnis: Ich hatte einst eine angekettete Traumfigur befreien wollen. Ich versuchte, die schwere Kette auseinanderzuziehen. Unmöglich, sagte ich mir. Dann meldete sich plötzlich diese besondere Stimme in mir, die wohl bei jedem Helden zum entscheidenden Punkt einer Geschichte mitmischt:

Doch, ich kann das!

Unvorstellbar. Ich fühlte, wie meine Kraft tröpfchenweise zunahm, während ich an der Kette weiterzog. Langsam lösten sich die Kettenglieder. Die Gefangene war frei.
Nach dem Aufwachen fühlte ich mich wie Jackie Chan aus einem alten Kungfu-Film ;). Wie dem auch sei, so gewann ich an Selbstvertrauen im Klartraum, das mich von da an künftig begleiten sollte.

Glauben an Superkräfte, die da sind, wenn man sie braucht.

Im Nachhinein habe ich in Lucid Ignition den Grund für das Auftreten der oben erläuterten Traumfiguren verstanden. Ich nenne sie hier »Traum-Wächter«, engl. »loyal soldiers«.

Was sind diese sonderbaren Wesen im Klartraum und was bezwecken sie?

Sie entstammen einem tief in uns verwurzelten psychologischem Konzept. Es sind Schutz- und Verteidigungsmechanismen unserer Psyche, die im Klartraum aktiviert werden, sobald wir zum Punkt kommen, an welchem wir unsere Grenzen zu überschreiten drohen.
In dieser Hinsicht musste meine gesamte Klartraumerfahrung jener Nacht wie ein unaufhaltsamer Alarm für mein Unterbewusstsein gewesen sein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Als ich nämlich zum zweiten Mal luzide wurde, jaulte eine Polizei-Sirene im stetig heller werdendem Schlafzimmer. Könnt ihr euch bessere »Wächter« vorstellen? Einer der Polizisten polterte gegen die Balkontür. Mir wurde sehr mulmig zumute. Was hatte ich verbrochen?! Ich nahm meinen Mut zusammen, öffnete die Balkontür und fragte den Polizisten freundlich:

»Wie kann ich Ihnen helfen?«

Ich kann euch nur raten, in jeder Angst-Situation über den Schatten zu springen. Genau diese Augenblicke, wo ihr drauf und dran seid, das Weite zu suchen, enthalten transformierende Botschaften.

Sucht dafür das Gespräch, umarmt im extremsten Fall die Schatten eurer Psyche.

Hier erhielt ich als Antwort:
»Ich möchte einen Cappuccino bekommen.«
Musste man dazu die Sirene laufen lassen?! Der Wächter wandelte sich zum umgänglichsten Traum-Kumpel, den ich jemals getroffen hatte.
»Na dann, kommt rein, wir haben noch Tassimo-Kapseln in der Küche.«
Nach dieser Nacht erlebte ich wahre Fortschritte in meinen Klarträumen. Es vollzog sich wie ein »Aufknacken« meiner Psyche. Mein Unterbewusstsein reagierte auf meinen Wunsch, klarzuträumen und hinderte mich nicht mehr daran. Stattdessen begann es mich mit gegensätzlichen Figuren zu überraschen, die sich bemühten, mich im »Traum aufzuwecken«. Es war wie das Schließen einer Freundschaft, eine Vereinbarung,

ein Luziditätsabkommen.

Übrigens, es geht auch schneller und weniger irreführend, wie ich in Lucid Ignition erfuhr:

Wenn ihr einem Traum-Wächter gegenüber steht, dankt ihm für seinen Schutz und entlasst ihn. Sagt ihm einfach:

»Deine Arbeit ist getan.«

Und begebt euch auf die spannendste Klartraum-Reise eures Lebens.

Nutzt die neu angelegten Pfade, die sich vor euch erstrecken.

Eure Alex

Bild: © motorradcbr / Fotolia.com

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