Ihr habt nur ein Gehirn!

Megafon vor Kreidetafel

Dem Anschein nach komme ich einfach nicht drumrum: Manche Menschen haben einfach das Bedürfnis zu diskutieren, welche Pulverchen-Mittelchen wie Galantamin und Co. zur Luzidität verhelfen sollen, in welcher Zusammensetzung usw.

Sind wir hier etwa bei Merlin, in der Alchemie-Werkstatt?

Ist es nicht besser und gesünder, ein natürlicher Klarträumer zu werden?

Ich kann in gewisser Hinsicht sogar verstehen, dass man bei andauernder Erfolglosigkeit den Weg des geringsten Widerstands wählen möchte. Dass man verzweifelt, grübelt und demotiviert ist, wenn andere klarträumen und einem selbst dieses (nur scheinbare!) Privileg verwehrt bleibt. Aber …, braucht man wirklich calea zacatechichi (Traumgras) dafür?

Schaut euch den Begründer des Realitätstests an: Paul Tholey wandte rund einen Monat lang aus purem wissenschaftlichem Interesse und ohne Gewissheit in Bezug auf die Endergebnisse (!) die »kritische Bewusstseinsprüfung« an, die schließlich in Luzidität resultierte (Waggoner und McCready 2016: Kap.3: Paul Tholeys Kritisch-reflektierende Technik).

So viel Geduld müsste ein jeder Anfänger schon Mal mitbringen. Und auch wenn ihr zu den Glückspilzen gehört und sich der erste Erfolg schnell einstellt, heißt es leider noch lange nicht, dass die nächsten Klarträume im gleichen Tempo folgen müssen. Die Luzidität kann durchaus zickig und launisch in ihrem Eintreten sein. Techniken für DILDs könnten »abstumpfen« oder ihr seid nicht mehr mit dem einstigen Enthusiasmus dabei, der euch wie ein Katalysator in den nächsten Klartraum katapultiert. Auch ich hatte so einige Durchhänger und Durststrecken überwinden müssen.

Heute sehe ich das Ganze aus diesem Blickwinkel:

Ich muss Luzidität nicht mit Pillen herbeiführen.

Ich muss nicht jede Nacht klarträumen.

Oft habe ich einfach ein besonderes Gefühl bzw. die Vorfreude, dass heute eine perfekte Nacht fürs Klarträumen sein könnte. Profis wie Robert Waggoner träumen izwischen nur rund 2 Mal im Monat klar (was nicht nur mit dem Alter zusammenhängt)1. Es geht ja letztendlich um die Klartraum-Qualität und keine Wettbewerb-Medaillen.

Ihr habt nur ein Gehirn, geht kein irreparables Risiko mit Medikamenten und sonstigen Wundermitteln ein.

Wenn die gängigen Techniken nicht funktionieren, besorgt euch vorher lieber eine »REM-Maske« oder experimentiert mit den binaural beats. Das ist wesentlich ungefährlicher und ihr bekommt höchstens einen Brummschädel davon (weswegen ich diese Dinge eher meide)2.

Was ist euch die Luzidität wert? Bestimmt nicht die eigene Gesundheit oder Vernebelung des Urteilsvermögens, oder? Ich habe mich damals dazu entschlossen, es auf natürlichem Wege zu schaffen. Und es nicht bereut.

Eure Alex (mit einem Augenzwinkern)

 

Quellen: Bild: © fotogestoeber / Fotolia.com 
Waggoner, Robert und Caroline McCready (2016):
Klarträume – Wege ins Unterbewusstsein: So aktivieren Sie Ihr verborgenes Potenzial im Schlaf, [Kindle Edition], München: Wilhelm Heyne Verlag, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 25.05.2016].

Vgl. Robert Waggoners Diskussionsrunden auf dem FAQ-Forum seiner Homepage.

Natürlich vorher die möglichen Risiken und Nebenwirkungen abwiegen. Gute Erfahrungen machte ich z. B. mit den Lucid Dreaming Isobeats.

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