(Klar-) Traum-Erfolge planen und honorieren

Sonnenaufgang am See - bayrisches Seenland

Wenn ihr aufwacht und per Autopilot in den Tag startet, könnte sich die Realisierung des »schwammig erinnerten« Wunsches, einen luziden Traum zu erleben, sichtlich in die Länge ziehen. Woher soll auch das Unterbewusstsein darüber Bescheid wissen und darauf hinarbeiten, wenn im Wachzustand anderen Dingen die Prioritäten gegeben werden?

Im Gegensatz dazu seid ihr auf dem richtigen Weg zu einer effektiven inneren »Umprogrammierung«, wenn ihr mit diesen Anregungen eure Aufwachphase strukturiert:

  • Ihr haltet direkt nach dem Aufwachen eure Träume fest.
  • Ihr nehmt euch vor, die von euch gewählte Praxis (wie Realitätstests) tagsüber gewissenhaft durchzuführen. Ein passendes Gebet/Mantra kann eurer Intention einen entscheidenden Aufschwung verleihen. Übrigens ist jetzt der Zeitpunkt perfekt, einen reality check zu machen. Seid ihr wirklich wach, wenn ihr am Morgen eure Augen öffnet?
  • Wenn ihr keinen luziden Traum hattet, sollte es kein Anlass sein, den Kopf hängen zu lassen. Motiviert euch zum gegenteiligen Ergebnis, indem ihr euch sagt, dass es euch bei der nächsten Gelegenheit gelingen wird, klar zu träumen.
  • Wenn ihr tatsächlich einen Klartraum zu verzeichnen habt, lasst eurer Freude darüber freien Lauf und seid stolz über diesen Erfolg. Beschließt darauf innerlich, in der folgenden Nacht wieder Luzidität zu erlangen (Rinpoche 2001: Kap.12: Ausbildung von Erinnerungsvermögen und freudigem Bemühen).
  • Strebt ihr eine außerkörperliche Erfahrung an? Habt ihr irgendwelche auditiven Signale oder Vibrieren beim Aufwachen oder in euren Träumen bemerkt? Seid ihr mit einem internen Knall in den Körper »zurückgeschnappt«? Beachtet zudem den Inhalt eurer Träume. Themen wie Fliegen / Schweben / Fallen / Schwimmen / Laufen oder Bewältigen von schier unmöglichen Aufgaben könnten die Vorboten des Unterbewusstseins für kommende, bewusste AKEs darstellen (Aardema 2012: Kap.9: Keeping a Dream Journal). Ich selbst träume gelegentlich davon, wie sich mein Traumbewusstsein vom Traumkörper löst und unabhängig von ihm agiert, beobachte meine AKEs im Traum aus der Vogelperspektive bzw. erkenne während eines Fluges in seltsamen Kreisbewegungen: Das ist eine AKE.

Ihr könnt eurem persönlichen Fortschritt bzw. der eigenen Motivation noch einen kräftigen Schubs geben, indem …

  • ihr die Anzeichen eurer Erfolge bzw. die zugehörigen Technik-Details in einer separaten Datei führt, diese auf dem Laufenden hält und wiederkehrend studiert,
  • eure häufigsten Traumzeichen in (wöchentlichen) Abständen revidiert (Love 2013: Kap.4: Getting Started),
  • eine Statistik wie Durchschnittswerte zu euren Klarträumen regelmäßig aktualisiert (Rausch 2014: 94-96) ,
  • eure Ziele im Kopf behält.

Wenn ihr eure »luziden« Vorhaben sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht plant, sie immer wieder überprüft und ggf. anpasst, bleibt ihr realistisch und verhindert Frustration. Seid unbedingt ehrlich zu euch selbst! Und lasst euch nicht durch Foren beeindrucken bzw. zu sehr beeinflussen. Zwar gibt es jede Menge Angaben zur Dauer bis zu einem Klartraum, ist jeder Mensch hinsichtlich seiner Entwicklung und bisheriger Erlebnisse zu individuell. Es gibt sowohl Naturtalente als auch Einzelne, die Jahre (!) bis zum ersten Klartraum gebraucht haben. Auch hängt der Erfolg von einer gewissen Veranlagung und der eigenen Zielstrebigkeit ab.
Konkretes Beispiel: Als Jugendliche wurde ich während einer »Phase« mit AKEs und Klarträumen als deren häufigen Begleitumständen »spontan« bombardiert. Als ich mir Jahre später Luzidität zum Ziel setzte, erlebte ich nach drei Tagen den ersten »herbeigeführten« Klartraum. Und AKEs kehrten zunächst als »Nebenprodukt« zurück, während ich WILDs praktizierte. Zudem meditiere ich oft nachts, während ich auf einen Klartraum / eine AKE »warte« oder aus Experimentierlust im hypnagogen Zustand verweile. Wenn ich euch jetzt erzähle, dass ich eine Klarträumerin bin und AKE bewusst initiieren kann, wundert ihr euch nicht darüber. Vielleicht aber, wenn ich meine Vorgeschichte weglasse. 

Daher rate ich stets jene Literaturwerke (s. Bibliografie) zu studieren, die nicht nur vor Erfolgen und Techniken protzen, sondern den oftmals beschwerlichen Weg eines heutigen Profis aufzeigen. Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig diese Erfahrungsberichte sind! Erstens, fühlt ihr euch nicht gleich demotiviert, wenn ihr nicht vorwärts zu kommen glaubt und zweitens, ihr könnt Vergleiche ziehen, auf welcher Entwicklungsstufe ihr euch befindet. Abgesehen von der Fülle an Ideen zu Experimenten, die ihr für euch entdecken könnt! Diese Spezialisten haben sich enorme Mühe gegeben, ihr Wissen weiter zu geben, welches im Gegensatz zu der Zeit meiner ersten Erfahrungen für mich leider eher unzugänglich war (weil keine Einschätzung möglich, was da eigentlich geschah und daher Gesprächsscheue, noch kein Internet / Google im Haus, keine sicheren Kenntnisse der englischen Sprache, kaum Publikationen auf dem Markt, fehlender Zugang zu diesen Themen in den Medien usw.). Nutzt die heutigen Sachkenntnisse aus und beschleunigt eure Fortschritte!

Wieder zur Ausarbeitung eurer Absichten: Im Allgemeinen ist ein Klartraum pro Monat als erstes Ziel für interessierte Anfänger bei gleichbleibendem Durchhaltevermögen schaffbar. Danach könntet ihr das Ziel auf 2 Klarträume pro Monat festlegen und euch kontinuierlich hocharbeiten!

Eure Vorsätze sollten euch also persönlich anspornen und gleichzeitig »gerade noch erreichbar bleiben«. Bleibt realistisch. Fragt euch daher in gleichmäßigen Intervallen (LaBerge 2014: Kap.2.: Zielsetzung für Erfolg):

Was will ich im Klartraum vollbringen?
Wie oft will ich luzide träumen?
Wann will ich meine Ziele verwirklicht haben?

Klare Träume!

Quellen: Bild: © Jenny Sturm / Fotolia.com
Aardema, Frederick (2012): Explorations in Consciousness: A New Approach to Out-of-Body Experiences, [Kindle Edition], Quebec: Mount Royal Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

LaBerge, Stephen (2014): Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens, [Kindle Edition], München: Münchner Verlagsgruppe GmbH, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Love, Daniel (2013): Are you Dreaming?: Exploring Lucid Dreams: A Comprehensive Guide, [Kindle Edition], Enchanted Loom Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Rausch, Simon (2014): Oneironaut: Das Klartraum-Praxishandbuch, 2. Aufl., CreateSpace.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s