Traumbewusstsein erhöhen

Hand writing the text: New Mindset - New Results

Einige Menschen behaupten hartnäckig, dass sie keine Träume haben. Was so nicht stimmen kann, denn wir träumen sowohl in den REM- wie auch gelegentlich in den NREM-Phasen mehrmals pro Nacht! Der Unterschied liegt in der Beachtung bzw. Ignoranz, die man dem eigenen Traumbewusstsein entgegenbringt. Nicht jeder ist dazu bereit, sein Traumgedächtnis wie eine Leiter hochzuklettern und Traumfragmente einem Puzzlespiel ähnlich zusammenzufügen. Es erfordert eine gewisse Anstrengung mit einen triftigen Grund bzw. eine Freude an der Erkundung der eigenen Traumwelt.
Als wichtigstes Hilfsmittel zur Erhöhung des Traumerinnerungsvermögens dient die Führung eines Traumtagebuchs.

Wie durch eine Zauberformel festigt sich mit regelmäßiger Praxis die Fähigkeit, die eigenen Träume zu rekonstruieren. Ich selbst habe es mir angewöhnt, meinen Wecker fünf Minuten früher (als geplant) zu stellen. Somit kann ich beim Aufwachen in Ruhe darüber nachdenken, was ich gerade geträumt habe und die wichtigsten Stichworte in meinem Traumtagebuch dazu notieren. Einen ausführlicheren Eintrag verfasse ich einige Zeit später beim Morgenkaffee oder während des Frühstücks.
Trotz allgemein zuverlässiger Traumerinnerung kann die Prozedur ab und zu anstrengend werden. Du wachst mitten in der Nacht spontan oder erzwungenermaßen durch den Wecker früh morgens auf und … es liegt dir förmlich auf der Zunge. Dass du etwas geträumt hast. Aber was war es bloß noch einmal? Wie ein Morgennebel verflüchtigt sich die Erinnerung zunehmend.
Auch für solche Misslagen gibt es hilfreiche Tipps: Ich selbst habe gute Erfahrungen damit gemacht, direkt nach dem Aufwachen in der gleichen Körperposition zu bleiben. Dabei blende ich alle Dinge bis auf den vergangenen Traum aus. Schon ein kurzes Fragment, eine Szene, spontane Gedanken oder Körperempfindungen können ausreichen, um die Traumspur erfolgreich aufzunehmen. Falls jeglich Assoziation fehlt, könntest du dich fragen, wie du dich gerade fühlst und nach den möglichen Gründen dafür forschen (LaBerge 2014: Kap. 2: Machen Sie sich mit Ihren Träumen vertraut). Zumindest solltest du immer deine Schlafdetails und Stimmung im Traumtagebuch festhalten (Love 2013: Kap.4: Dream Recall). Denn auch nur mit den vereinzelten Einträgen wie »ohne Erinnerung« widmest du deiner Routine trotzdem die entscheidende Aufmerksamkeit, die sich immer mehr auszahlt.

Aber setze dich nicht allzu sehr unter Druck: Von Zeit zu Zeit kommen Erinnerungsstücke aus dem letzten Traum wie durch ein Wunder während des Tages, wenn du dich gar nicht damit befasst. Konzentrieren und gleichzeitig loslassen lautet hier die Devise – mit einer beträchtlichen Portion Disziplin, die du dir bis zum Automatismus antrainieren musst. Vor allem zu Anfang kann dich die Bequemlichkeit, nichts aufzuschreiben, übermannen. Eine kräftige Motivationsbremse könnten auch die Umstände bilden, durch äußere Einflüsse aufgeweckt worden zu sein. In diesen Fällen kann die Erinnerung einfach verpuffen, ohne dass du etwas dagegen unternehmen kannst. Dann heißt es immer wieder: Kopf hoch und am Ball bleiben.
Für diejenigen, die nicht davor zurückschrecken, sich in der Nacht freiwillig aufwecken zu lassen: Mit der sogenannten »90-Minuten-Technik« kannst du deine Traumerinnerung schnell drastisch verbessern. Dazu stellst du nach dem Zubettgehen den Wecker in 90 Minuten-Intervallen. Der Grund dafür besteht darin, dass ein Schlafzyklus rund 90 Minuten dauert und gegen das Ende die REM-Phase auftritt, in der man für gewöhnlich am lebhaftesten träumt. Ziel ist, mit frischer Erinnerung direkt aus dem Traum aufzuwachen (Morley 2013: Kap.7: The Multiple Wake-Ups Technique). Für mich als Frühaufsteher beispielsweise sind aufgrund deren längerer Traumdauer insbesondere die Abschnitte nach 4,5 Stunden bzw. die letzten beiden Stunden des Schlafzyklus fürs (luzide) Träumen interessant.
Mit Übung erinnerst du dich mühelos an mehrere Träume pro Nacht und dein Traumgedächtnis lässt dich auch dann nicht im Stich, wenn du sehr wenig geschlafen hast. Wenn du das luzide Träumen erlernen willst, ist eine gut funktionierende Traumerinnerung unentbehrlich und neben den Realitätstests das unverzichtbare Werkzeug auf dem Weg zu Luzidität. Erst solltest du die Grundlagen beherrschen, bevor du dich mit irgendeiner der zahlreichen Techniken fürs Klarträumen verwirrst.

Ein bedeutsamer Ratschlag für deinen täglichen Einschlafprozess lautet:
Schärfe deine Einstellung zum Traumbewusstsein, indem du deinen Erfolg visualisierst und deine Absicht festlegst (Tuccillo, Dylan, Jared Zeizel und Thomas Peisel (2013): Kap.6: Going to Sleep). Sage dir:

Heute Nacht erinnere ich mich an alle meine Träume.

Quellen: Bild: © gustavofrazao / Fotolia.com

LaBerge, Stephen (2014): Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens, [Kindle Edition], München: Münchner Verlagsgruppe GmbH, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Love, Daniel (2013): Are you Dreaming?: Exploring Lucid Dreams: A Comprehensive Guide, [Kindle Edition], Enchanted Loom Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Morley, Charlie (2013): Dreams of Awakening, [Kindle Edition], London: Hay House UK Ltd, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Tuccillo, Dylan, Jared Zeizel und Thomas Peisel (2013): A Field Guide to Lucid Dreaming: Mastering the Art of Oneironautics, [Kindle Edition], New York: Workman Publishing Company, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s