Lucid Sage

White.

Wenn ihr gerne Podcasts hört, gibt es bisher eine einzige qualitative Publikation in Bezug aufs luzide Träumen in englischer Sprache: The Lucid Dreaming Podcast von lucid sage. Im monatlichen Abstand überrascht der Herausgeber mit anregenden Interviews aus dem Bereich der Traumforschung und der Traumpsychologie. Zudem präsentiert er neue technische Kampagnen, Erfindungen oder Apps aus dem (Klar-) Traum-Markt. Immer wieder krönen literarische Tipps bzw. eigene Erfahrungsberichte die Podcast-Ausgaben. Zu jeder Veröffentlichung stellt der Autor weiterführende Links in seinem Blog auf der gleichnamigen Webseite bereit. Der Hörer wird auf eine persönliche Entwicklungsreise eines erfahrenen luziden Träumers mitgenommen.

         Fazit: Sehr gelungen. Hört es euch an!

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Traumbewusstsein erhöhen

Hand writing the text: New Mindset - New Results

Einige Menschen behaupten hartnäckig, dass sie keine Träume haben. Was so nicht stimmen kann, denn wir träumen sowohl in den REM- wie auch gelegentlich in den NREM-Phasen mehrmals pro Nacht! Der Unterschied liegt in der Beachtung bzw. Ignoranz, die man dem eigenen Traumbewusstsein entgegenbringt. Nicht jeder ist dazu bereit, sein Traumgedächtnis wie eine Leiter hochzuklettern und Traumfragmente einem Puzzlespiel ähnlich zusammenzufügen. Es erfordert eine gewisse Anstrengung mit einen triftigen Grund bzw. eine Freude an der Erkundung der eigenen Traumwelt.
Als wichtigstes Hilfsmittel zur Erhöhung des Traumerinnerungsvermögens dient die Führung eines Traumtagebuchs.

Wie durch eine Zauberformel festigt sich mit regelmäßiger Praxis die Fähigkeit, die eigenen Träume zu rekonstruieren. Ich selbst habe es mir angewöhnt, meinen Wecker fünf Minuten früher (als geplant) zu stellen. Somit kann ich beim Aufwachen in Ruhe darüber nachdenken, was ich gerade geträumt habe und die wichtigsten Stichworte in meinem Traumtagebuch dazu notieren. Einen ausführlicheren Eintrag verfasse ich einige Zeit später beim Morgenkaffee oder während des Frühstücks.
Trotz allgemein zuverlässiger Traumerinnerung kann die Prozedur ab und zu anstrengend werden. Du wachst mitten in der Nacht spontan oder erzwungenermaßen durch den Wecker früh morgens auf und … es liegt dir förmlich auf der Zunge. Dass du etwas geträumt hast. Aber was war es bloß noch einmal? Wie ein Morgennebel verflüchtigt sich die Erinnerung zunehmend.
Auch für solche Misslagen gibt es hilfreiche Tipps: Ich selbst habe gute Erfahrungen damit gemacht, direkt nach dem Aufwachen in der gleichen Körperposition zu bleiben. Dabei blende ich alle Dinge bis auf den vergangenen Traum aus. Schon ein kurzes Fragment, eine Szene, spontane Gedanken oder Körperempfindungen können ausreichen, um die Traumspur erfolgreich aufzunehmen. Falls jeglich Assoziation fehlt, könntest du dich fragen, wie du dich gerade fühlst und nach den möglichen Gründen dafür forschen (LaBerge 2014: Kap. 2: Machen Sie sich mit Ihren Träumen vertraut). Zumindest solltest du immer deine Schlafdetails und Stimmung im Traumtagebuch festhalten (Love 2013: Kap.4: Dream Recall). Denn auch nur mit den vereinzelten Einträgen wie »ohne Erinnerung« widmest du deiner Routine trotzdem die entscheidende Aufmerksamkeit, die sich immer mehr auszahlt.

Aber setze dich nicht allzu sehr unter Druck: Von Zeit zu Zeit kommen Erinnerungsstücke aus dem letzten Traum wie durch ein Wunder während des Tages, wenn du dich gar nicht damit befasst. Konzentrieren und gleichzeitig loslassen lautet hier die Devise – mit einer beträchtlichen Portion Disziplin, die du dir bis zum Automatismus antrainieren musst. Vor allem zu Anfang kann dich die Bequemlichkeit, nichts aufzuschreiben, übermannen. Eine kräftige Motivationsbremse könnten auch die Umstände bilden, durch äußere Einflüsse aufgeweckt worden zu sein. In diesen Fällen kann die Erinnerung einfach verpuffen, ohne dass du etwas dagegen unternehmen kannst. Dann heißt es immer wieder: Kopf hoch und am Ball bleiben.
Für diejenigen, die nicht davor zurückschrecken, sich in der Nacht freiwillig aufwecken zu lassen: Mit der sogenannten »90-Minuten-Technik« kannst du deine Traumerinnerung schnell drastisch verbessern. Dazu stellst du nach dem Zubettgehen den Wecker in 90 Minuten-Intervallen. Der Grund dafür besteht darin, dass ein Schlafzyklus rund 90 Minuten dauert und gegen das Ende die REM-Phase auftritt, in der man für gewöhnlich am lebhaftesten träumt. Ziel ist, mit frischer Erinnerung direkt aus dem Traum aufzuwachen (Morley 2013: Kap.7: The Multiple Wake-Ups Technique). Für mich als Frühaufsteher beispielsweise sind aufgrund deren längerer Traumdauer insbesondere die Abschnitte nach 4,5 Stunden bzw. die letzten beiden Stunden des Schlafzyklus fürs (luzide) Träumen interessant.
Mit Übung erinnerst du dich mühelos an mehrere Träume pro Nacht und dein Traumgedächtnis lässt dich auch dann nicht im Stich, wenn du sehr wenig geschlafen hast. Wenn du das luzide Träumen erlernen willst, ist eine gut funktionierende Traumerinnerung unentbehrlich und neben den Realitätstests das unverzichtbare Werkzeug auf dem Weg zu Luzidität. Erst solltest du die Grundlagen beherrschen, bevor du dich mit irgendeiner der zahlreichen Techniken fürs Klarträumen verwirrst.

Ein bedeutsamer Ratschlag für deinen täglichen Einschlafprozess lautet:
Schärfe deine Einstellung zum Traumbewusstsein, indem du deinen Erfolg visualisierst und deine Absicht festlegst (Tuccillo, Dylan, Jared Zeizel und Thomas Peisel (2013): Kap.6: Going to Sleep). Sage dir:

Heute Nacht erinnere ich mich an alle meine Träume.

Quellen: Bild: © gustavofrazao / Fotolia.com

LaBerge, Stephen (2014): Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens, [Kindle Edition], München: Münchner Verlagsgruppe GmbH, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Love, Daniel (2013): Are you Dreaming?: Exploring Lucid Dreams: A Comprehensive Guide, [Kindle Edition], Enchanted Loom Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Morley, Charlie (2013): Dreams of Awakening, [Kindle Edition], London: Hay House UK Ltd, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

Tuccillo, Dylan, Jared Zeizel und Thomas Peisel (2013): A Field Guide to Lucid Dreaming: Mastering the Art of Oneironautics, [Kindle Edition], New York: Workman Publishing Company, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

 

 

 

Wie wichtig sind dir deine Träume?

Kopf, Antworten, Wissen II

Wir sollten alle unsere Traumwelt nicht allzu selbstverständlich nehmen. Schließlich geht aus der Statistik eines Fachmanns, Daniel Love, hervor, dass wir pro Jahr 121 Tage am Stück schlafen! Und es wird noch unglaublicher – im Durchschnitt träumt ein Mensch im Laufe seines Lebens 26 Jahre lang! 11 Prozent unseres Tages verbringen wir allein in der Traumphase (Love 2013: Kap.1: Are you dreaming?)!

Da überrascht es mich immer wieder, wie leichtfertig ich die unsinnigsten Begebenheiten meiner Träume ohne mit der Wimper zu zucken als Wirklichkeit akzeptiere. Wenn ich in diesen Momenten nicht luzide werde, kann ich am Morgen während des Tagebuch-Eintrags nur mit dem Kopf darüber schütteln … und zur Sicherheit einen Realitätstest machen.

Quellen: Bild: © Rudie / Fotolia.com
Love, Daniel (2013): Are you Dreaming?: Exploring Lucid Dreams: A Comprehensive Guide, [Kindle Edition], Enchanted Loom Publishing, verfügbar über Amazon.de [zuletzt abgerufen am 22.05.2016].

1. Experiment: Traumfiguren

Kompass zeigt auf das Wort Ziel

Versucht in den nächsten zwei Wochen mit den Figuren eures Klartraums zu interagieren.

Achtet darauf, …
– WAS ihr die Figur fragt (probiert Formulierungen wie “Warum bist du hier?“ / “Wer bist du?“ / “Bist du echt?“ etc.)

– WIE die Figur reagiert (ist sie überhaupt gesprächsbereit usw.)

– WIE TIEFSINNIG ihre Antwort ist

Postet eure Erfahrungen in einem Kommentar oder schreibt eine E-Mail an traumlektuere@gmail.com

Nach Ablauf der Frist gibt es einen Beitrag zu diesem Thema. Klare Träume!

Bild: © Robert Kneschke / Fotolia.com

Das LDE-Magazin

e-Reader and coffee on a table

Ich möchte euch das in englischer Sprache verfasste Magazin »Lucid Dreaming Experience« ans Herz legen. Es wird nicht nur von einem meiner Lieblingsautoren und Experten in Bezug aufs luzide Träumen, Robert Waggoner, ko-editiert, sondern bietet eine breite Themenauswahl im vierteljährlichen Abstand. Kürzlich wurde auf der Homepage der Herausgeber ein Verzeichnis (Index) der Artikel und Interviews seit 2000 erstellt, der Heilung bis Kreativität im Klartraum abdeckt. Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe liegt auf den Unterschieden bzw. dem Zusammenhang zwischen luziden Träumen und außerkörperlichen Erfahrungen. Neben einigen Artikeln mit Fachleuten auf dem jeweiligen Gebiet folgt stets eine spannende Rubrik »In Your Dreams«, in der erfahrene Leser ihre gelegentlich recht exotischen Traumberichte teilen. Das Magazin lässt sich kostenlos im PDF-Format herunter laden, und zwar hier.

Bild: © only4denn / Fotolia.com